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  • Die Laguna del Magdalena: Ursprung des größten Fluss von Kolumbien

    Im Herzen des Páramo de las Papas, auf über 3.000 Metern über dem Meeresspiegel, liegt die majestätische Laguna del Magdalena . Dieses ikonische Gewässer ist nicht nur der Ursprung des Río Magdalena, der wichtigsten Wasserstraße Kolumbiens, sondern auch ein Symbol für den natürlichen, kulturellen und spirituellen Reichtum unseres Landes. Bekannt als die „Wiege des großen Flusses der Nation“, ist diese Lagune ein wahres Juwel, das unsere Bewunderung und unseren Schutz verdient. Das Naturschutzgebiet und seine Biodiversität Die Laguna del Magdalena ist Teil des Nationalparks Puracé , eines 83.000 Hektar großen Schutzgebietes, das Páramos und feuchte Wälder in den Departements Cauca und Huila umfasst. Dieses einzigartige Ökosystem beherbergt eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten, darunter der Brillenbär, der Puma und zahlreiche endemische Vogelarten. Die Umgebung der Lagune ist von Frailejones (Espeletien) bedeckt, die als „Wächter des Wassers“ eine entscheidende Rolle in der Wasserregulierung der Region spielen. Neben ihrer beeindruckenden Biodiversität trägt die Laguna del Magdalena auch eine tiefe spirituelle Bedeutung. Für indigene Gemeinschaften wie die Yanacona ist dieser Ort heilig. Er steht für das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur und wird als Raum spiritueller Verbindung mit der Mutter Erde betrachtet. Die Legenden um die Lagune spiegeln das uralte Wissen wider, wie wichtig es ist, Wasser als Quelle des Lebens zu schützen. Umweltbedeutung Der Río Magdalena, der in dieser Lagune entspringt, ist die wichtigste Süßwasserquelle Kolumbiens und versorgt Millionen von Menschen auf seinem über 1.500 Kilometer langen Weg zum Karibischen Meer. Seine Bedeutung liegt nicht nur in der Wasserversorgung, sondern auch in seiner Rolle für die Landwirtschaft, Fischerei und Schifffahrt. Der Páramo de las Papas, in dem sich die Lagune befindet, fungiert als natürliche Schwammzone, die Regenwasser und Nebel speichert und es nach und nach in die Flüsse und Bäche abgibt. Diese Verbindung unterstreicht die Notwendigkeit, den Ort zu schützen. Die indigenen Gemeinschaften haben seit Generationen das Verständnis weitergegeben, dass Wasser ein heiliges Geschenk ist, das bewahrt und respektiert werden muss. Bedrohungen und Schutzbedarf Trotz ihrer ökologischen und kulturellen Bedeutung steht die Laguna del Magdalena vor Herausforderungen wie Klimawandel, Abholzung und illegalem Bergbau, die das empfindliche Gleichgewicht des Ökosystems gefährden. Die Veränderung der Páramo-Landschaft wirkt sich nicht nur auf die lokale Biodiversität aus, sondern auch auf die Versorgung mit Süßwasser für die weiter flussabwärts lebenden Gemeinden. Der Verlust traditionellen Wissens und die zunehmende Trennung von natürlichen Kreisläufen stellen eine weitere Herausforderung dar. Es ist essenziell, die Praktiken der indigenen Gemeinschaften in die Schutzbemühungen einzubeziehen, um die Nachhaltigkeit dieser Ökosysteme sicherzustellen. Chaska Tours und unser Engagement Bei Chaska Tours glauben wir fest an die Bedeutung des Schutzes solcher Ökosysteme. Unser Engagement geht über die Förderung eines nachhaltigen Tourismus hinaus – wir wollen ein Bewusstsein für die Notwendigkeit schaffen, unsere natürlichen Ressourcen zu schützen und die traditionellen Lehren zu respektieren, die uns zeigen, wie wir im Einklang mit der Natur leben können. Wir laden unsere Besucher ein, die Laguna del Magdalena zu entdecken und sich an den Bemühungen zu beteiligen, ihren natürlichen und kulturellen Reichtum zu bewahren. Unsere Touren umfassen geführte Erfahrungen mit lokalen Gemeinschaften, die ihr Wissen weitergeben und einen tieferen Einblick in diesen besonderen Ort ermöglichen. Wie kannst du helfen? Verantwortungsvoller Tourismus:  Befolge bei einem Besuch die Anweisungen der lokalen Guides und hinterlasse keine Abfälle. Unterstützung lokaler Initiativen:  Nimm an Wiederaufforstungsprojekten und Umweltbildungsprogrammen teil, die von indigenen Gemeinschaften geleitet werden. Förderung des Umweltbewusstseins:  Teile die Bedeutung der Laguna del Magdalena und ihre Rolle für die Nachhaltigkeit Kolumbiens. Die Laguna del Magdalena ist nicht nur der Ursprung eines Flusses; sie ist eine Quelle des Lebens, der Hoffnung und des traditionellen Wissens für heutige und zukünftige Generationen. Bei Chaska Tours laden wir dich ein, diesen wundervollen Ort zu erkunden und Teil der Mission zu sein, ihn zu bewahren.

  • Puracé: Die erwachte Kraft des Vulkans und das Leben unter seiner Asche

    Nationalpark Puracé: Die Stärke und Magie der Erde im Herzen von Cauca und Huila Der Vulkan Puracé liegt im Departamento Cauca, entlang der zentralen Andenkordillere. Er ist ein Symbol der Natur und eine Entität voller mythologischer und uralter Kraft. Sein Name stammt aus dem Quechua und bedeutet „der Berg des Feuers“, eine direkte Anspielung auf seine vulkanische Natur und die zahlreichen Schwefelquellen, die aus seinen Tiefen entspringen. Darüber hinaus ist er die Quelle einiger der wichtigsten Flüsse Kolumbiens, darunter Magdalena, Cauca, Patía und Caquetá, deren Wasser in seinen Tälern und Bergen entspringt. Seit 1979 gehört er zum von der UNESCO erklärten Biosphärenreservat, einer einzigartigen Region der Biodiversität, die einige der reichsten Ökosysteme des Planeten beherbergt. In der Nacht des 19. Januar und in den frühen Morgenstunden des 20. Januar 2025 zeigte der Vulkan Puracé erhöhte seismische Aktivität und stieß erhebliche Mengen Asche aus, die bis in die Stadt Popayán gelangten. Laut Überwachung der vulkanischen Kette Los Coconucos berichtete der kolumbianische geologische Dienst (SGC), eine dem Ministerium für Bergbau und Energie angegliederte Behörde, dass am Nachmittag des 21. Januar 2025 die Energie der seismischen Signale zunahm. Außerdem setzt sich die Entgasung über die Fumarolen des Vulkans Puracé und über neue Öffnungen am Vulkan Curiquinga fort.   Nach Angaben des SGC wurde nach einer Luftüberwachung der vulkanischen Kette die gelbe Alarmstufe ausgerufen und präventive Maßnahmen für die Bewohner der umliegenden Gebiete, insbesondere in der Gemeinde Puracé, aktiviert. Dieses Naturphänomen führte zur Absage von Hunderten von Exkursionen in den Nationalpark Puracé. Die am Gipfel des Vulkans Puracé installierten Sensoren registrieren weiterhin bedeutende Mengen an Schwefeldioxidemissionen (SO2) in die Atmosphäre. Infolge dessen berichteten Bewohner der Gemeinden Paletará, Puracé und Popayán (Cauca) von starken schwefelhaltigen Gerüchen – eine natürliche Reaktion, die durch die Verbindung von Schwefeldioxid aus der vulkanischen Struktur und der Feuchtigkeit in der Umgebung entsteht. Der letzte große Ausbruch des Vulkans Puracé ereignete sich im Juni 1956. In jenem Jahr war das vulkanische Ereignis deutlich sichtbar, wobei die Asche die Stadt Popayán erreichte und Dächer, Straßen und Regenrinnen bedeckte. Auf Fotografien aus jener Zeit ist auch die alte Fassade des Heiligtums von Belén zu sehen, das Jahre später durch ein starkes Erdbeben zerstört wurde. Die Weite der vulkanischen Kette Los Coconucos umfasst 11 Vulkane und bietet eine spektakuläre Landschaft mit Kratern, Fumarolen und Szenarien, die an eine andere Welt erinnern. Zu den natürlichen Wundern gehören die heißen Quellen von San Juan, deren warmes Wasser inmitten der vulkanischen Kräfte einen Ort des Wohlbefindens bietet. Naturfreunde finden in Puracé ein Paradies, das mit jedem Schritt die Sinne erweckt. Majestätische Wasserfälle von über 50 Metern Höhe, der Gesang endemischer Vögel wie des Andenkondors und die frische Luft der Páramos machen diesen Ort zu einer einzigartigen Ecke Kolumbiens. Hier, inmitten der Wut des Vulkans, blüht das Leben, und die Erde erinnert uns an ihre uralte Kraft. Der Zugang zum Park ist derzeit mit einigen Einschränkungen möglich, wie der Verwendung von Masken, ausreichender Hydration und Sonnenschutz.

  • Kolumbien: Ein Paradies für Vogelbeobachter – Erlebnisse in Huila und der Reserva El Encanto

    Vögel zu beobachten gibt dir keine Flügel, aber sie verleihen dir die Kraft, weiter zu träumen. Kolumbien, das Land der Vögel, beheimatet mehr als 1.900 Arten – eine beeindruckende Zahl, die Vogelbeobachter aus aller Welt anzieht. Dieses Naturparadies verzaubert nicht nur diejenigen, die nach exotischen Vögeln suchen, sondern auch jene, die von seinen Landschaften, seiner einzigartigen Biodiversität und vor allem der Herzlichkeit seiner Menschen begeistert sind. Tangara chrysotis Als leidenschaftliche Vogelbeobachterin begann mein Abenteuer in San Agustín - Huila, einem bedeutenden archäologischen Ziel, und führte mich zur Reserva El Encanto, gelegen im Municipio Palestina. Ein bezaubernder Ort voller Leben, an dem die Familie Molina lebt, die wie aus einem Disney-Film entsprungen scheint – fast wie die Madrigal aus Encanto . Bei meiner Ankunft in der Reserve stellte ich fest, dass ihr Landhaus und die wunderschönen Gärten jede Disney-Fiktion übertreffen. Die Familie Molina empfing mich mit einem Lächeln, einer Tasse Kaffee und dem friedlichen Gesang der Vögel. Nach einem Spaziergang durch die Wanderwege der Reserve probierte ich die berühmte und köstliche Kochbananen-Lasagne – hier ernähren sich nicht nur die Vögel von dieser wertvollen tropischen Frucht. Während des Abendessens hatte ich die Gelegenheit, mit Vogelbeobachtern aus verschiedenen Ländern und Regionen Kolumbiens zu sprechen. Obwohl wir unterschiedliche Sprachen sprachen und aus verschiedenen Welten kamen, drehten sich unsere Gespräche stets um die Liebe zu den Vögeln und die Biodiversität, die uns jenseits aller Grenzen verbindet. Kochbananen-Lasagne Wer die wunderbare Welt des Vogelbeobachtens kennt, weiß, dass diese Aktivität sehr früh beginnen muss. Deshalb standen wir am nächsten Morgen um 4:30 Uhr auf. Nach einer Tasse Kaffee aus wild angebauten Bohnen vom Encanto machten wir uns mit einem 4x4-Fahrzeug auf den Weg zur Reserva La Gralaria, die an den Nationalpark Cueva de los Guácharos grenzt. Diese Reserve umfasst mehr als 60 Hektar Wald und beheimatet 310 Vogelarten, von denen 7 endemisch sind: Anthocephala berlepshi , Atlapetes fuscoolivaceus , Red-bellied Grackle , Magdalena Tapaculo , Chestnut Woodquail , Tolima Dove  und Drymophila caudata . Grallaricula cucullata. Hooded Antpitta, Mike. Nach einem ausgiebigen Spaziergang, frischer Luft und dem Klang der Vögel hatten wir das Glück, eine Familie von Waldhühnern zu sehen: Weibchen, Männchen und drei Küken, die laut unserem Guide wahrscheinlich am Vortag geboren wurden. Für Vogelbeobachter gibt es keine größere Belohnung, als die Vögel, für die sie kilometerweit gereist sind, live zu sehen und zu fotografieren. Odontophorus hyperythrus, Chestnut Woodquail, Toñitas. Am Ende der Tour nahm ich mir einen Moment Zeit, um mich zu erfrischen, neue Energie zu tanken und die majestätische Aussicht auf die Berge der Zentral- und Westkordillere zu genießen. Plötzlich ließ sich ein weiblicher Kolibri ( Heliodoxa leadbeateri ) auf meiner Hand nieder. Ich sah ihn an und dachte, dass dieses kleine, farbenfrohe und lebendige Wesen das perfekte Motiv für ein Tattoo zu meinem 33. Geburtstag wäre. Violet-fronted Brilliant, Heliodoxa leadbeateri, Helio. Wage eine Reise in den Südwesten Kolumbiens und lass dich von der Natur in Huila und der unzähligen Vogelarten, die du in ihren Naturreservaten finden kannst, verzaubern! Fotos:  Mit freundlicher Genehmigung der Reserva El Encanto

  • Weihnachten bei Chaska Tours – Eine Feier voller Liebe, Familie und Dankbarkeit

    Weihnachten ist mehr als nur ein Datum; es ist ein Moment, um sich zu verbinden, Danke zu sagen und die Magie zu feiern, die uns als Familie vereint. Bei Chaska Tours spüren wir diesen Geist in jedem Moment, und dieses Jahr waren unsere Festlichkeiten ein wahrer Ausdruck von Liebe und Dankbarkeit.   Ein Abend voller Gemeinschaft, Freude und Musik. Unsere Weihnachtsfeier war ein wahr gewordener Traum im Restaurant Casa Blanca , zusammen mit unseren Partnern der Finca El Maco  und dem Club Maco . Von Beginn an lag Magie in der Luft: Jeder Gast wurde mit einem herzlichen Lächeln, einem erfrischenden Getränk und einem liebevoll gebackenen Päckchen Weihnachtsplätzchen empfangen – ein kleines Symbol unserer Wertschätzung. Der Abend wurde von Live-Musik  mit traditionellen kolumbianischen Liedern begleitet, die die Herzen aller berührten. Auch wenn ich als Schweizerin noch nicht alle Texte mitsingen konnte, habe ich die Freude, die Energie und das Gemeinschaftsgefühl, das in jeder Note lag, tief genossen. Das köstliche Essen, die familiäre Atmosphäre und der einzigartige Teamgeist machten diesen Abend zu einer unvergesslichen Feier.   Ein außergewöhnliches Team. Nichts von all dem wäre ohne die wunderbaren Menschen möglich, die Chaska Tours ausmachen. Jeder Guide, Fahrer, Logistiker und jedes Mitglied des Büroteams hat einen besonderen Platz in unserer Familie. Sie sind nicht nur Kolleg*innen – sie sind das Herzstück, das die Träume unserer Gäste Wirklichkeit werden lässt. Unser lieber „Santa“ David sorgte dafür, dass jeder in Bogotá ein besonderes Weihnachtsgeschenk erhielt, das er persönlich überbrachte. In den kommenden Tagen werden wir diese Freude auch an unseren anderen Standorten verbreiten. Denn für uns ist jedes Teammitglied einzigartig, unersetzlich und von unschätzbarem Wert.   Ein Herz voller Dankbarkeit. Wir möchten uns von Herzen bei allen bedanken, die diese Reise so besonders machen: Bei unserem Team , das mit Leidenschaft und Engagement jede Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis macht. Bei unseren Kund*innen , die uns ihr Vertrauen schenken, ihnen die Schönheit Kolumbiens näherzubringen. Eure Freude ist unsere größte Belohnung und Motivation! Dank euch sind wir mehr als ein Reiseunternehmen – wir sind eine Familie, die Erinnerungen schafft, Kulturen verbindet und die Magie des Reisens teilt.   Ein Projekt, das das Herz erfüllt. Einer unserer größten Erfolge dieses Jahres war das Wachstum der Magdalena Music School  in San Agustín. Dieser Traum, finanziert durch die Einnahmen aus dem Tourismus, ermöglichte es uns, 16 jungen Talenten Stipendien zu gewähren sowie Instrumente, Räumlichkeiten und qualifizierte Lehrkräfte bereitzustellen. In der Weihnachtszeit schenkten uns diese großartigen Musiker ein berührendes Konzert in Pitalito . Ihre Hingabe, Leidenschaft und Freude zu sehen, erfüllt unser Herz und bekräftigt unser Engagement, Projekte zu unterstützen, die Leben verändern.   Ein Toast auf die Zukunft. Während wir dieses Jahr voller unvergesslicher Momente verabschieden, blicken wir mit Begeisterung auf das Jahr 2025. Wir möchten weiterwachsen, magische Erlebnisse schaffen und die unvergleichliche Schönheit Kolumbiens der Welt zeigen. Danke, dass ihr Teil dieser Reise seid. Mögen diese Feiertage voller Liebe, Frieden und Hoffnung sein! Wir freuen uns darauf, euch bald wieder mit offenen Armen willkommen zu heißen, um weiterhin einzigartige Erinnerungen zu schaffen. Mit ganz viel Liebe, Das Team von Chaska Tours ❤️   By Delia & Yolanda

  • Reisebericht von Günter: Kolumbien von seiner bunten Seite - Eine außergewöhnliche Reise durch das Herz Südamerikas

    Wir freuen uns sehr, einen ganz besonderen Reisebericht von Günter Engelhart auf unserem Blog präsentieren zu dürfen. Günter hat uns mit seinen Erlebnissen und Eindrücken aus einer außergewöhnlichen Reise begeistert, die nicht nur seine persönliche Sichtweise, sondern auch viele spannende Details und Anekdoten enthält. Wir hoffen, dass dieser ausführliche Bericht euch genauso inspiriert wie uns und euch einen einzigartigen Einblick in das Leben vor Ort sowie die Schönheiten der Reiseziele bietet. Viel Spaß beim Lesen und Entdecken! Hola! „5 pics a day 1/25“ Heute (und für die nächsten 24 Tage) gieße ich Wasser auf die Mühlen all derer, die behaupten, dass ich/wir „immer unterwegs“ sind. Denn es stimmt (zum ersten Mal ). In der Zwischenzeit ist der Abflug-Whisky in der Flughafenlounge mein häufigstes Fotomotiv geworden. Übrigens, ich hätte, nein, ich habe, meinen Traum-Handgepäckkoffer gesehen. Ich muss noch recherchieren, wo er erhältlich ist. Als Traditionalisten weichen wir nicht von unserem Urlaubs-Rhythmus ab und halten an der Regelmäßigkeit fest, die sich schon eingespielt hat. Nachdem es letztes Jahr Tinas „schwarzer Kontinent“ war (kann man das noch sagen?), ist es dieses Mal wieder meine südamerikanische Vorliebe. Es geht in ein Land, das nach einem sehr berühmten italienischen Navigator des 15. Jahrhunderts benannt ist, dessen Vorname Christopher war, der das nach ihm benannte Land aber selbst nie besucht hat. Nun, er starb im Alter von 55 Jahren. Wahrscheinlich zu früh, denn ich musste 62 Jahre alt werden, bevor ich zum ersten Mal einen Fuß in Kolumbien setzen konnte. Was nicht ganz stimmt, denn „besucht“ wäre korrekter. Ich „betrat“ das Land vor zwei Jahren, als ich am Flughafen in Bogotá umgestiegen bin. Übrigens waren es die prächtigen Farben in den Geschäften und Souvenirläden dort, die mich dazu brachten, mehr von diesem Land zu sehen als nur Terminal 1 des BOG. Ob und inwieweit diese Entscheidung die richtige war, wird sich hier in den nächsten drei Wochen zeigen. Hasta pronto. Hola! „5 pics a day 2/25“ Welch warmer Empfang auf dem Flughafen in Bogotá: Johnnie Walker himself, gedresst in den kolumbianischen Nationalfarben, hieß mich persönlich willkommen. Dabei ist J.W. bei weitem nicht meine Lieblingsmarke. Aber wie ist das mit der Not und dem Teufel? So, und jetzt ist Schluss mit dem hochprozentigen Alkzeugs. Jetzt wird’s geistig hochprozentig. Heute bildete die Catedral del Sal quasi das Salz in der kolumbianischen Urlaubssuppe. Ich hab’s ja mit Gotteshäusern nicht sooo, aber das hier ist schon was Besonderes. Während nämlich für gewöhnlich der Kirchen, Kathedralen und Dome Streben himmelwärts gerichtet ist, ist‘s bei der Catedral de Sal in Zipaquirá genau umgekehrt. Sie liegt zu Gänze unter der Erde mit einem maximalen Tiefpunkt von 190 Metern. Und sie besteht, wie der Name schon sagt, aus Salz. Entstanden ist sie vor gut 30 Jahren durch den Abbau von 250.000 Tonnen Salz. Die dabei entstandenen, jetzt bunt ausgeleuchteten, Gewölbe, Kirchenschiffe und Kapellen sorgen gemeinsam mit den 14 künstlerisch gestalteten Stationen des Kreuzweges Jesu schon für so manchen sakralen Wow-Effekt. Unser heutiger Zielort Villa de Leyva zählt zwar zu den schönsten historischen Siedlungen Kolumbiens; ob dem aber tatsächlich so ist, werden wir erst morgen erkunden. Heute fesselte uns sozusagen der Mojito an die Plaza Major, von der aus wir das Wechselspiel von Wolken und Sonne, deren Verschwinden letztlich vom zarten Geschmack der Limette und Minze begleitet war, beobachteten. Hasta pronto. Hola! „5 pics a day 3/25“ Wie gut, dass Latein und Biologie (damals: Naturgeschichte) meine schulischen Lieblingsfächer waren. Wobei: Bei Latein wurde mir das erst Jahrzehnte später bewusst. Wie auch immer, ich konnte das heute unter die Lupe genommene Monasterio „Ecce Homo“ mit der Übersetzung „Siehe, der Mensch“ sprachlich sofort richtig einordnen. Und aufgrund meines religiösen Interesses, das sich allerdings in „Jesus Christ Superstar“ erschöpft, weiß ich diese Worte auch bei Pontius Pilatus zu verorten, mit denen er Jesus Christus nach der Geißelung der Menge präsentierte. Weniger meine gymnasialen Kenntnisse in Biologie denn viel mehr meine Neugier kam beim Besuch des Museo El Fósil nahe Villa de Leyva zum Tragen. Weil vom dort gefundenen und ausgestellten, faszinierenden „Kronosaurus boyacensis“ wusste ich bis heute noch nichts. Man könnte das fast eine biologische Bildungslücke bezeichnen. Wer - so vorhanden - die seinige schließen möchte, dem lege ich Dr. Google ans Herz. Und da ich Mathematik zwar gern mochte, meine schulische Erfolgskurve aber einer abenteuerlichen Achterbahn glich, habe ich mich dermal verzählt und acht anstelle der five pics verarbeitet. Es haben sich nämlich noch drei zusätzliche vom sehr entschleunigenden Bummel durch die ziemlich weiße Kolonialstadt Villa de Leyva dazu - um bei der Mathematik zu bleiben - geschummelt. Hasta pronto. Hola! „5 pics a day 4/25“ Heute hab‘ ich mich ein bisschen gefühlt wie Odysseus auf seinen Irrfahrten. Wenn im Flieger - einer ca. 60-sitzigen zweimotorigen Propellermaschine - hoch über den Wolken nach einer rein spanischsprachigen (und für mich daher auch spanischklingenden) Durchsage der dunkelhaarigen Flugbegleiterin plötzlich rund 50 des Spanisch mächtigen Personen wie auf Kommando zu reden beginnen - und wer SpanierInnen kenn, der weiß, was es heißt, wenn SpanierInnen zu reden beginnen - und eine nicht unspürbare Hektik sich in der Kabine breit zu machen anschickt, wenn das also passiert, dann muss was sein. Wenn dann zum Zeitpunkt der geplanten Landung (bei ziemlich zeitgetreuem Takeoff) noch immer eine Wolkendecke weit unterhalb des Fluggerätes die Sicht zum Boden vereitelt, dann muss wirklich was sein. Und wenn dann der Flieger mit fast einstündiger Verspätung doch aufsetzt und man nur durch Aufbringung größter Anstrengung und mit viel Fantasie dieses Fleckchen Erde des Touchdowns als Flughafen interpretiert, dann kann das nicht dort sein, wo man hin wollte. Auch wenn man aus dem Flieger gebeten wurde. Das hat jetzt nichts mit Navigationskenntnissen zu tun, sondern mit Bauchgefühl. Um‘s kurz zu machen: Wir landeten nicht dort, wo wir landen sollten. Es gelang mir (noch) nicht, die Frage nach den Wo und Warum zu beantworten, Highjacking war jedenfalls nicht im Spiel, das wäre in der Enge der Kabine aufgefallen. Zudem wurden wir ja wieder zwecks Restart auf unsere Plätze gebeten. Und wo wir dann, nach einer guten halben Stunde erneut gelandet sind, das hatte noch weniger mit einem Flughafen zu tun. Aber: Es war dort, wo wir hinwollten. La Macarena nennen sich Ort wie Gegend, und das ganze liegt schon ziemlich weit im Süden des Landes, im tropischen Gürtel nahe des Äquators. Was wiederum heißt: Erhöhte Temperatur vermischt sich mit erhöhter Luftfeuchtigkeit. Kurz: Es war heiß und schweißtreibend feucht. Eine kleine Wanderung mit kurzem Zwischenstopp, um sich im Wasser ein bisschen aufzuwärmen (von Abkühlung konnte auch bei weitester Auslegung des Begriffs nicht gesprochen werden) fand ein affiges Ende. Hasta pronto. Hola! „5 pics a day 5/25“ Heute war „Wandern im Dampfbad“ angesagt, oder wie man‘s hier in Kolumbien nennt: „Caño Cristales Hiking“. In Zahlen ausgedrückt: 34 Grad Celsius, 90 Prozent Luftfeuchtigkeit und 12 km über Stock und Stein und idealerweise langbeärmelt und -behost, weil man hier aus Umweltschutzgründen keine herkömmlichen Sonnenschutzpräparate verwenden darf (man kann hier an bestimmten Stellen im Fluss baden, aber man möchte einen „Ölfilm“ an der Wasseroberfläche zum Schutz des Ökosystems vermeiden). Und der Sonne Kraft erkennt man spätestens am Abend, wenn man auf der Lodge-Terrasse am Guayaberaso nuckelt. Natürlich könnte man das billiger haben, wenn man im Spa-Bereich eines Hotels sechs Stunden voll adjustiert im Dampfbad seine Runden zieht. Aber erstens würde das glaube ich recht bald langweilig werden, und zweitens würde das doch etwas, sagen wir, eigenartig ausschauen.y Caño Cristales ist ein Gewässer im südamerikanischen Orinoko-Flusssystem, das auch als „Fünf-Farben-Fluss“ oder als „Flüssiger Regenbogen“ bezeichnet wird. Die Farben stammen vom Pflanzenbewuchs auf dem Flussgrund und variieren zwischen Gelb, Grün, Blau, Schwarz und Rot. Ich füge noch Purpur und Orange dazu, dann wäre auch dem Regenbogen Rechnung getragen. Cañon Cristales ist ein Highlight hier in Kolumbien, wenn man ein bisschen an Natur interessiert ist. Die Bilder heute mögen trotz Farbenfrohheit paradoxerweise ein bisschen eintönig wirken. Aber sie dominierte den heutigen Tag. Hasta pronto. Hola! „5 pics a day 6/25“ Vor 40 Jahren wäre ich heute Morgen in ein zeitliches Vakuum gekommen. Weil ich früher hätte aufstehen müssen als ich üblicherweise nach Hause gekommen wäre. Chronologisch ausgedrückt: 3:45 Uhr zu 4:00 plus Uhr. Es bildete nämlich eine Bootsfahrt aus der Dunkelheit der Nacht in den Sonnenaufgang, der für 5:37 Uhr prognostiziert war, den Auftakt (des sonst eher spärlichen) heutigen Programmes. Also im Scheine der Taschenlampe eine quasi Hühnerleiter die Uferböschung hinunter in die nicht gerade vor Stabilität strotzende, von 50 Yamaha-PS gepowerte Zille und rein in das noch schwarze Loch. Hin und wieder vergewisserte sich der Fährmann per Taschenlampe, ob das Boot eh noch Wasser unterm Boden hatte. Vom an einem Ast eines Baumes am von vielen Vögeln aber auch so manchem Alligator bevölkerten Ufer festgebundenen Bootes harrten wir der Dinge und ließen die Zeit unaufhaltsam die Sonne von hinterm Horizont das Firmament hochziehen. Im Prinzip ist es ein Sunset mit umgekehrten Vorzeichen. Ansonsten ging‘s dann nur noch per Flugzeug wieder von La Macarena zurück nach Bogotá, und mittlerweile kenne ich auch den Grund unserer Odyssee beim Hinflug (siehe „5 pics 4/25“): Da La Macarena Airport nur Platz für genau ein Verkehrsflugzeug hat, konnten wir nicht landen, da dieser Platz wegen eines Takeoff-Delays belegt war. Also zogen wir so lange Warteschleifen, bis der Sprit knapp wurde. Und flogen schließlich von den insgesamt 400 km wieder 300 km zurück nach Villavicencio zum Auftanken. Der zweite Anlauf gelang dann. Das abendliche Highlight in Bogotá war das Abendessen: Ein Sixpack Club Colombia aus‘m Supermarkt, und Empanadas sowie Arepas vom Straßenhändler im Hotelzimmer mit Blick durch bodenlange Fenster auf die nächtlich erleuchtete Stadt. Hasta mañana. Hola! „5+ pics a day 7/25“ Überraschender Weise konnte ich dem ursprünglich eher mit Skepsis gegenüber getretenen 10-Millionen-Moloch Bogotá etwas Liebenswürdiges, etwas Sympathisches abgewinnen. Der Grund dafür war in der Barrio La Candeleria, der malerisch Altstadt der Metropole mit ihren bunten Häusern, teilweise aus der Kolonialzeit, und den kunstvollen Graffitis zu finden. Ich verstehe ja von Kunst und deren (sowohl älteren als auch jüngeren) Geschichte nichts. Muss ich auch nicht, ist weder mein Job noch mein Hobby. Wie sagt man am Land? - „Mei, is des a scheens Büdl“, oder „mei, is des schiarch“. Also in die erste Kategorie fallen in meiner Wahrnehmung die Bilder des Kolumbianischen Malers Fernando Botero nicht. Auch wenn diese Werke mit dem „Out of Proportion“-Stil wertmäßig tief im Euro-Millionenbereich liegen - ich würde mir keines ins Wohnzimmer hängen. Dennoch war der Besuch des Botero Museums keine vergeudete Zeit. Interessant sein und gefallen müssen nicht zwangsläufig einhergehen. El Dorado - so heißt nicht nur der Flughafen in Bogotá, sondern auch jene Stadt aus Gold in den kolumbianischen Anden, die oft gesucht und nie gefunden wurde. Sicher ist, dass die Völker und Stämme der präkolumbischen Zeit ausgezeichnete Goldschmiede waren. Viele Fundstücke sind im Museo del Oro ausgestellt und glänzen zwar (im Gegensatz zur Altstadt) nur monochrom, dafür aber halt echt golden. Und am Abend saßen wir schon wieder im Flieger nach Neiva. Hasta Mañana. Hola! „5 pics a day 8/25“ Meine AlterskollegInnen werden mit dem Begriff der „Klapperl“ vermutlich noch etwas anfangen. Die jüngeren meiner Leserschaft mögen googeln. Es finden sich brauchbare Ergebnisse. Heute habe ich also meine Klapperl hervor- und angezogen, natürlich in der advanced hippen und stylish Version „Tracking Sandalen“. Die mit der Gummikuppe als Stoßfänger für die Zehen vorne. Aber die beiden Wanderwege durch die Tatacoa Wüste waren von der Beschaffenheit in Kombination mit Temperatur und Wetter ideal dafür. Regen wäre auch wirklich Pech gewesen, handelt es sich dabei doch um ein ausgesprochenes Trockengebiet, das sich teilweise in Privatbesitz befindet. 120 Jahre alt war jene vor nicht allzu langer Zeit verstorbene Kolumbianerin, die zu den BesitzerInnen gehörte und stolze Mutter von zwölf Kindern war. Dieses Dutzend Sprösslinge sorgte seinerseits mit einer überdurchschnittlichen Zahl an Nachkommen wiederum für 80 EnkelInnen. Aus aktuellem Anlass überlegte ich mir, wie da wohl eine Weihnachtsfeier im Familienkreis ausschauen würde. Nach welchen Gesichtspunkten man da als seine Enkel liebender Großelternteil die Weihnachtsgeschenke aussucht, wann man mit deren Anschaffung beginnt, und wie man die Finanzierung managt und wie das mit dem Festmahl hinsichtlich Kochen und Geschirr aussieht. Ob man sich alle Namen sowie Geburtsdaten aller 80 Jungspunde merkt, ob es 80 unterschiedliche Geburtstage gibt, und ob es Mehrfachnamen gibt? Aja, um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen: Der „aktuelle Anlass“ ist das bevorstehende Weihnachtsfest, nicht etwa eine solche Großelternschaft. Aber um den Kreis wieder mit der Tatacoa-Wüste zu schließen: Zweimal rund eine Stunde durch den grauen und den roten Teil der Wüste ließen keinen Zweifel an der Erreichung des Schritt-Zieles aufkommen. Hasta mañana. Hola! „5 pics a day 9/25“ „Müssen tut man gar nix, außer sterben“ - dieser in frühen Jugendtagen beliebte Konter auf ein elterliches „Du musst…“, der meist nicht sonderlich viel Freude beim Befehlshaber hervorgerufen hat, bestimmte den heutigen Tag. Wir haben den Tod, das Sterben, und hier insbesondere die Bestattungsriten aufgearbeitet. Nicht irgendwelche, sondern jene der präkolumbischen Kulturen. Dazu mussten wir die Zeit um 1000 bis 2000 Jahre in die Epoche 100 v.Chr. bis 900 n.Chr. zurückdrehen. Dies gelang ganz einfach mit einem Besuch des archäologischen Parks in San Agustín. In diesem Unesco Weltkultur-Erbe werden eine ganze Menge Skulpturen präsentiert, die man in dieser Gegend gefunden hat, und die als, vereinfacht ausgedrückt, Grabsteine dienten. Auf nicht unspannende Weise erklärte man uns die Bedeutung von Adler-, Halbmond- und Jaguaraugen, die Reißzähne oder die unterschiedliche Haltung der Hände. Es war - nachdem wir mangels Anwesenheit zu Allerheiligen ohnedies den Gang zu den familiären Gräbern in der Heimat nicht antreten konnten - ein Friedhofsbesuch der ganz besonderen Art. Denn, so versuchte man uns glaubhaft zu machen, es wären (nur) etwa 30 Prozent dieser historischen Zeugnisse freigelegt, der Rest befände sich noch unter unseren Füßen (und sollte geplanter Weise auch dort bleiben). A bissl scary war‘s schon. Der gedankliche Spagat vom Tod zum Fußball beim Spaziergang durch San Agustín mag ein bisschen willkürlich und weit hergeholt wirken, aber nur dann, wenn man nicht weiß, dass die Ursprungsfarben der Stadt Grün und Weiß und damit meine uneingeschränkten Lieblingsfarben in der heimischen Kickerszene sind. Man verleiht den Häusern jetzt aber mehr und mehr an Farbe, so dass das Ursprüngliche immer seltener und schwieriger zu finden ist. Hasta Mañana Hola! „5 pics a day 10/25“ „Wir waren dabei“ - wer weiß, wieviel das noch wert sein wird, wenn sie in zehn bis fünfzehn Jahren durchstarten und die Bühnen, Konzerthäuser und Stadien dieser Welt erobern. Vielleicht nicht als „Estación 1950“, sondern unter klingenderem Namen, wie z.B. „Rodando Piedras“ (DeepL vermag zu übersetzen). Und wenn nicht, ist auch nichts vertan. Wir waren also dabei, als sechs Burschen und ein Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren als „Estación 1950“ im Club Maco in San Agustín ein durchaus hörenswertes Konzert gaben. Viele Rhythmen, viele Stile, viel Abwechslung. „Estación 1950“ ist ein Produkt der „Escuela de Música - Magdalena Music School“ in San Agustín. Diese Musikschule ist insofern etwas Besonderes, als dass sie im Vorjahr als Sozialleistung des (unseres) lokalen Reiseveranstalters Chaska Tours ins Leben gerufen wurde, die Kinder der Gemeinde sie kostenlos besuchen können und ein Teil der Tourismus-Einnahmen der Finanzierung dient. Ich drücke den SchülerInnen jedenfalls die Daumen, dass sie sich mit der Musik ihren Lebensunterhalt verdienen können; Ausstrahlung, Selbstbewusstsein und so manche Moves waren bei einigen schon ziemlich gut entwickelt - auch wenn die Mama in der Pause mit dem „Jausenbrot“ sehr willkommen war. Im sehr komfortablen Hyundai-Van durchquerten wir dann eine Landschaft, die zwar ein bisschen an eine wolkenverhangene Südsteiermark erinnerte, in der aber abschnittsweise auf querende Tapire, Jaguare oder Brillenbären hingewiesen wird. Da weiß man dann wieder, wo man ist (zumindest, wenn man in Naturgeschichte aufgepasst hat). Das Tagesziel lautete Popayán, eine touristisch noch wenig erschlossene, dafür umso weißere Stadt. Da wirkte sogar das Weiß unseres Hyundai ein bisschen angegraut. Den heutigen Tagebuch-Eintrag poste ich aus gutem Grund bereits jetzt, am frühen Abend, denn Popayán gilt als Gourmet-Hauptstadt des südlichen Kolumbiens, und wer weiß, ob ich dann mit vollgeschlagenem Bauch und leerem bzw. bierschwangerem Kopf noch die richtigen Buchstaben auf der Handy-Tastatur treffe (das ist auch so schon eine Challenge). Hasta Mañana Hola! „5 pics a day 11/25“ Haben heute Silvia kennengelernt. Silvia ist eine kolumbianische Mittelgebirgs-Schönheit mit ganz speziellem Charakter. Silvia ist einzigartig, und mit gar nicht allzu viel Fantasie könnte man ihr den Nachnamen Misak geben. Silvia kann sich jedoch nicht bewegen, aber sie wird zusehends mehr und größer. Bei Silvia handelt es sich um eine Ortschaft im Südwesten Kolumbiens. Sie ist das Zentrum der Misak, eine der traditionellsten indigenen Gruppen des Landes. Hier dreht sich die Welt in der Tat noch ein bisschen anders, hier werden Traditionen, Kultur und Bräuche früherer Tage noch aufrecht erhalten. Wir hatten das Glück, am Markttag vor Ort zu sein. Was eine gute Idee, jedoch nicht ursprünglich bei den Misak zu suchen ist und in unseren Breiten wohl kaum Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg hat, ist die leicht zweckentfremdete Weiterverwendung straßenverkehrsordnungswidriger Fahrzeugreifen als Design-Möbelstücke. Obwohl‘s schon ein bisschen Charme hätte. Und da gibt‘s teure Designer-Sessel, auf denen man spürbar unbequemer sitzt. Hasta Mañana. Hola! „5 pics a day 12/25“ Ich freue mich jedesmal, wenn ich den Stecker in die Dose mache, den Schalter betätige, und das Ding fängt an zu leuchten oder laufen, je nachdem. Ich freue mich auch, wenn dem nicht so ist und ich den Fehler finde (z.B. Leuchtelement kaputt oder nur einen von zwei Schaltern, etwa bei der Flex oder Heckenschere, gedrückt). So gesehen könnte Elektriker eigentlich mein Traumberuf sein. Das gilt aber bestenfalls für Österreich. Etwas anders sieht die Sache schon in Südamerika aus. Da gäbe es tausend Berufe, die ich aufgrund meiner Freude am Leben lieber ausüben würde. Obwohl dank vergangener Reisen nicht unbekannt, fasziniert mich die Elektrik, insbesondere die Verkabelung des öffentlichen Stromnetzes, stets aufs Neue. Um hier als Elektriker überleben zu können (und jetzt meine ich nicht das finanzielle Überleben), braucht man meiner Meinung nach entweder ein Hochschulstudium mit Summa-cum-Laude-Abschluss, oder - wie eine Katze - sieben Leben. Obwohl Dienst- war heute -Tag der Ruhe angesagt. Etappen-Tag. Nach einem kurzen morgendlichen Spaziergang durch Cali waren wir on the road again gen Norden nach Armenia am Eingang zum Kaffeedreieck. Was ich erfreulicherweise (nicht) vermisst habe, waren diese „Müllhalden“ entlang der Straße. Es ist hier (zumindest dort, wo wir uns bisher bewegt haben) um ein Eck sauberer als z.B. in Peru. Bis dato hatten wir noch kein Auto vor uns, aus dem nicht mehr benötigtes Verpackungsmaterial (z.B. Plastik-Getränkeflaschen) aus dem Fenster flog. Natürlich ist auch hier noch Luft nach oben, aber bei weitem weniger. Hasta Mañana. Hola! „5 pics a day 13/25“ Der Beweggrund für unsere Kolumbien-Reise war ja - abgesehen von meiner ausgeprägten Südamerikamanie - ein eher zufälliger: Bei einem Zwischenstopp auf der Heimreise vor zwei Jahren auf dem Flughafen von Bogotá sind uns die Läden mit den bunten Souvenirs sofort ins Auge gestochen. Das war insofern „schmerzhaft“, als dass wir damals beschlossen, dieses farbenfrohe Land (irgendwann) in unsere Reiseliste aufzunehmen. Dass es heuer bereits so weit sein sollte, obwohl zuerst Vietnam, Ecuador oder Schottland am Plan standen, ist eine Geschichte, die in wenigen Worten nicht zu erklären ist. Heute jedenfalls sind wir der (architektonischen, weil die biologische hatten wir schon) Farbenpracht begegnet. Namentlich in Salento sowie in Filandia, beide Siedlungen im kolumbianischen Kaffeedreieck gelegen. Um dem Titel meines Tagebuches gerecht zu werden, habe ich nur drei von ca. 10 hoch 13 Bildern ausgewählt (einige mehr finden sich in meiner Story). Die beiden restlichen Bilder des Tages sind dem Cocora Tal und dessen Wachspalmen, die die höchsten Palmen weltweit sind, gewidmet. Die Farbenpracht hielt sich dort jedoch eher in Grenzen, zumal sich zu dem satten Grün hauptsächlich ein den Gesichtshorizont einnehmendes mystisches Nebelgrau gesellte. Und vielleicht ein bisschen Pferdeweiß und -braun sowie vereinzelt ein Blütenrot oder -gelb. Und da es hier keine Eisenbahn gibt, und selbst lächerliche 300 km per Auto recht lange dauern, sitzen wir - wieder einmal - in einem Flughafen. Dermal in Pereira und warten auf den Flieger nach Medellín. Hasta Mañana.  Hola! „5 pics a day 14/25“ Lediglich „Last Christmas“ haben wir noch nicht gehört. Aber sonst ist in Kolumbien (auch) schon alles Weihnachten. Bunt, blinkende Lampen, überfüllte Christbäume, Shops mit tausenden brauchbaren und hunderttausenden unbrauchbaren Dekorations- und Geschenkideen. Man fühlt sich fast a bissl wie zu Hause. Dem zu entkommen ging heute easycheesy, einfach rein in den Flieger und ab ans Meer mit Sonne und sommerlichen Temperaturen. Von Zielflughafen Nuquí ging‘s (ausschließlich) per Boot in die Seaside-Eco-Lodge „La Kuka“. Leider war ich nicht mutig genug, um von diesem abenteuerlichen „Höllenritt“ über den Pazifik ein Foto oder gar ein Video zu machen. Zu groß war die Angst, mein Handy (und im Idealfall mich im Gefolge gleich mit) zu verlieren. „Sturmboot“ im Prater (oder in welchem Vergnügungspark auch immer)? Im Vergleich nicht mehr als eine Schlauchboot-Fahrt am Badeteich. Waschelnass ist staubtrocken im Vergleich zu dem, was wir waren. Aber mit Gottvertrauen in unseren Kapitän am Gasdrehgriff des Suzuki-Außenboarders und in die Bruchsicherheit des Polyester-Rumpfes unseres Kahns strandeten wir dort, wo’s vorgesehen und unser Bungalow mit Außendusche, Hängematte und sonstigen Annehmlichkeiten reserviert war: Im Vorgarten des Paradies namens „La Kuka Eco Lodge“ mit ausschließlich per Sonnenkraft erzeugtem Strom. Hasta Mañana. Hola! „5 pics a day 15/25“ Ich bin schon irgendwie ein Mensch des Wassers. Nicht nur aufgrund meines (Wasser)-Sternzeichens Krebs. Egal, ob das 50-Meter-Becken in der Südstadt, die Traumstrände der Südsee oder als „Feuer“- vom Barkeeper serviert. Also verwundert es auch wenig, dass ich Yachten bewundere. Nur: So einen 350-Millionen-Kahn des Roman Abramowitsch kann ja jeder (der zumindest zweimal satt bei EuroMillionen gewonnen hat). Das wahre Gefährt für‘s nasse Milieu ist der schlanke kolumbianische Einbaum. Reduziert auf‘s Wesentliche, ohne unnötigen Schnickschnack. Also haben wir einen solchen - gleich mit Kapitän = 1. Offizier = Steuermann - gemietet, um den Dschungel auf dem Wasserweg zu erforschen. Erst musste der Kapitän = … für Startklarheit sorgen, indem er das Wasser aus der Passagierkabine schöpfte. Die Frage, ob der Wassereintritt seinen Grund aufgrund im Regen oder doch in einer möglichen undichten Stelle im Rumpf hatte, blieb unbeantwortet, weil ich sie gar nicht gestellt hatte. Gott sei dank war dieser Einbaum aber nur das Zubringerboot für den eigentlichen, kaum größeren, aber deutlich trockeneren Einbaum. In Sachen Sitzkomfort gab’s ein bisschen Punkteabzug, dafür bewegte unser Steuermann das behäbige Ding lediglich mit einem Holzstock elegant wie Olympiasieger Giovanni de Gennaro sein Kanu durch den Wildwasser-Parcours. Ansonsten war heute Relaxen angesagt, und das war auch der Plan der lodge-eigenen Katze, die uns in unserem Bungalow besucht und sich’s bei uns gleich bequem gemacht hatte. Ihr gilt heute das sechste Bild der 5 pics. Hasta Mañana. Hola! „5 pics a day 16/25“ Ich bin heute ziemlich erschrocken, als ich am Morgen in den Spiegel geschaut habe. Ich hatte zwei völlig unterschiedliche Augen. Nicht etwa deshalb, weil mein rechtes Lid schon seit geraumer Zeit geschwollen ist; No idea, why, aber solange es nicht weh tut und ich noch hervorsehe, kann es so arg nicht sein. Nein, ein Auge hat heute voll geweint, während sich das andere vor Lachen kaum einkriegen konnte. Es hieß nämlich Abschied nehmen von Nuquí, ein landschaftlich optischer Leckerbissen in Kolumbien, und damit nach nur zwei Tagen am (pazifischen) Meer. Und wie man gestern lesen konnte, bin ich ja ein Mensch des Wassers. Insofern machte sich in der einen Gesichtshälfte tränenbegleitete Traurigkeit breit. Gleichzeitig wusste aber mein cerebraler Zentrallappen, dass da noch ein bisschen Karibik bevorstand. Und das wiederum versetzte die andere Hälfte des Gesichts in Entzücken. Ein morgendlicher letzter Strandspaziergang bei ziemlich viel Ebbe bildete die würdige Verabschiedung vom Pazifik, ehe es mit dem „Sturmboot“ bei jedoch ziemlicher Flaute übers Wasser in Richtung Nuquí-Flughafen ging. Wäre dort aber nicht „Aeropuerto“ angeschrieben gewesen, hätte man (ich) das Gebäude eher für ein für dortige Verhältnisse recht passables (Privat)anwesen samt Polizeischutz gehalten und wäre daran vorbei spaziert. Vor dem karibischen Urlaubsfinale gibt‘s aber noch zwei Tage Aufenthalt in Medellín, der Stadt des „ewigen Frühlings“; eine Bezeichnung, deren Niedlichkeit die zweitgrößte Stadt des Landes eher wenig gerecht wird, denn der Charakter der Stadt ist von einer düsteren Vergangenheit geprägt. Näheres dazu morgen. Hasta Mañana. Hola! „5 pics a day 17/25“ Pablo Escobar und ich haben so gut wie nichts gemeinsam. Außer vielleicht, dass wir beide gerne über Leichen gehen (in seinem Fall: gingen). Und das aber auf höchst unterschiedliche Weise: Während es sich bei mir auf Friedhofsbesuche beschränkt, tat es er auf sprichwörtliche Weise. Wie aber kann ein so böser Mensch so warmherzig sein? Man kann die Frage auch umgekehrt stellen. Den heutigen Tag stellten wir ganz ins Zeichen dieses Mannes und besuchten die wohl vier wichtigsten Stätten seines Wirkens: Die Gedenkstätte am Ort seines ehemaligen Hauses; „La Catedral“, sein von ihm persönlich gebautes Gefängnis; „Cancha El Dorado“ - das von ihm gebaute Fußballstadion; seine letzte Ruhestätte am Friedhof von Itagüí. „Faszinierend“ ist angesichts seiner Gräueltaten wohl nicht der richtige Ausdruck, aber eine Art schaurige Faszination haftet seiner Persönlichkeit doch an. Ich empfehle jedem und jeder, der ein bisschen an der südamerikanischen Drogengeschichte interessiert ist, zu googeln und auf Wikipedia die Ausführungen zu seiner Person und zum „Medellín Kartell“ nachzulesen. Hier zwei kurze Zitate daraus: „Pablo Emilio Escobar Gaviria (auch „El Doctor“, „El Patrón“ oder „Don Pablo“ genannt, geboren am 1. Dezember 1949 in Rionegro, gestorben am 2. Dezember 1993 in Medellín) war ein kolumbianischer Drogenbaron, Drogenschmuggler und Terrorist. Durch groß angelegten und erstmals in der Kriminalgeschichte industrialisierten Drogenhandel wurde er als Oberhaupt des sogenannten Medellín-Kartells zu einem der reichsten Menschen der Welt. Er wird als einer der bisher mächtigsten und brutalsten Drogenbarone angesehen.“ „Escobar war auch sozial engagiert: Er finanzierte Krankenhäuser, Sozialwohnungen und Schulen und genoss daher unter dem ärmsten Teil der Bevölkerung seiner Heimatstadt Medellín zum Teil sogar einen guten Ruf. Das Fußballstadion seines Heimatvereins in Envigado wurde mit seinen Geldern erbaut. Escobar gründete in Medellín Büro- und Apartmentkomplexe, Diskotheken und zahlreiche Restaurants, noch heute sind seine Spuren sichtbar.“ Und noch ein Zitat unseres Guides: „Escobar setzte in den 1980er-Jahren eine Kopf-Prämie von 1.000 Dollar für jeden ermordeten Polizisten aus. Daraufhin sprengte ein Kopfgeldjäger einen Bus mit 50 Gesetzeshütern in die Luft. Machte unterm Strich auf die Schnelle 50.000 Dollar.“ Interesse geweckt? Dann beim Lesen nicht vergessen, den Mund zu schließen. Vielleicht noch kurz zu den Bildern, da die heute nicht (alle) selbsterklärend sind: Pablo’s Grabstein; der Blick von seinem Grab auf Medellín; El Dorado Stadion; La Catedral - sein von ihm gebautes „Gefängnis“ mit Spielhallen, einem Unterhaltungszentrum und sonstigen Annehmlichkeiten (wie z.B. ein Fluchtweg), die ein Häf‘n so braucht; Hubschrauber-Landeplatz auf dem La Catedral Gelände. Hasta Mañana Hola! „5 pics a day 18/25“ Die Gestaltung des gestrigen Abends, die im Wesentlichen aus der Verfolgung des NFL-Spiels Buffalo Bills gegen Kansas City Chiefs auf dem Handy via DAZN während des Dinners bestand, inspirierte mich gegen Ende des Spiels zu meinem heutigen Tagebuch-Eintrag: Ich nehme mir ein (literarisches) Time-Out. Ich lasse heute nur die fünf Bilder von „Inside Medellín“ wirken, die ich dafür auf zehn erhöhe und mit Bildunterschriften versehe. Ich bitte um Nachsicht, aber wahrscheinlich hemmt mich die in mein Bewusstsein getretene Tatsache, heute in einer Woche schon wieder im Flugzeug back to Austria zu sitzen, ein bisschen in meiner kreativen Entfaltung. Morgen wird alles wieder besser sein, daher… …Hasta Mañana Hola! "5 pics a day 19/25" Ich mache mir Sorgen um die Menschheit. Sie ist verantwortlich für immer smarter werdende Künstliche Intelligenz, was ich grundsätzlich beunruhigend finde. Was ich jedoch noch viel beunruhigender finde ist, dass gleichzeitig ihre Natürliche Intelligenz auf dem Weg Richtung Null immer mehr Fahrt aufnimmt. Beispiel?: Es dauert vom Zum-Stillstand-Kommen eines Fliegers auf dem Zielflughafen bis zum Öffnen der Türen zumindest fünf Minuten. Noch in den letzten Zügen des Ausrollens springt ein gutes Drittel der Passagiere auf und drängt auf den Mittelgang, der aber eigentlich nur für etwa ein Sechstel (also pro Reihe ein Passagier) Platz bietet. Die Hälfte der verbleibenden zwei Drittel bleibt aber nur deswegen sitzen, weil sie zähneknirschend zur Kenntnis nehmen muss, dass das Fassungsvermögen des Ganges hoffnungslos ausgeschöpft ist; aber stets versuchend, sich doch noch zu erheben. Wem‘s gelingt, der steht dann wie ein Fragezeichen gefangen zwischen Sitz des Vordermannes, eigenem Sitz, Overhead-Handgepäcksstauraum und (zumeist) ebenfalls nervösem Sitznachbarn. Etwa die Hälfte des jetzt noch verbleibenden Drittels hat sich dem Schicksal des „Leider-nicht-Aisle-Sitzplatzes“ widerstandslos ergeben, und nur etwa die andere Hälfte des verbleibenden Drittels bleibt cool, wartet (zumeist in das Handy-Display vertieft), bis die Türen geöffnet sind und erheben sich dann, wenn sie an der Reihe sind (bei einem A 320 mit ungefähr 150 Sitzplätzen ist damit die vernünftige (intelligente) Fraktion gerade mal 25 Personen stark). Unweigerlich musste ich an Alex Kristan denken, der diese Situation in einem seiner Kabarettprogramme verarbeitet hat und mit dem Satz schließt: „Wetten, wir steigen alle aus dem gleichen Flieger aus?“ - Und ich ergänze noch: „Vor (Gott und) dem Laufband des Baggage Claim sind dann wieder alle gleich.“ Das Gedränge vor diesem Laufband ist wieder eine andere Geschichte. Vielleicht greife ich die auch noch irgendwann auf. Ich/wir waren vor genau 20 Jahren das erste und bislang letzte Mal in der Karibik (Dom Rep). Heute ist es wieder so weit: Santa Marta an der kolumbianischen Karibik-Küste hat auf uns gewartet. In den wenigen Stunden seit der Landung hat sich uns hier ein völlig anderes Kolumbien präsentiert: Laut (nicht nur wegen des Fußball-WM-Qualifikationsspiels gegen Ecuador, dass in gefühlten hundert Lokalen auf fünfhundert Monitoren gezeigt wurde (und das Kolumbien mit 0:1 verloren hat)), hektisch und einigermaßen schmutziger als wir bisher gewohnt waren. Mal schauen, was die beiden nächsten (Wander)tage bringen werden, vermutlich jedoch kein WLAN, wodurch das nächste Tagebuch vermutlich erst am Donnerstag (Freitag MEZ) erscheint. Hasta (Über)mañana Hola! "5 pics a day 20/25" Kolumbien hat also das Fußball- WM-Qualifikationsspiel gegen Ecuador verloren. Stimmung, Hektik und Lautstärke litten in Santa Marta aber nur kaum spürbar darunter, und so flohen wir in die ruhigeren Gefielde der Sierra Nevada. Wir erforschten - wieder einmal - die Geschichte und den Dschungel. Erst passierten wir die Piedras de Donama, Steinmetzarbeiten aus präkolumbischer Zeit, die den Indígenen auch heute noch als Ort für zeremonielle Handlungen dienen. Und dann ging‘s ans botanisch Eingemachte. In rund fünf Stunden durchquerten wir auf etwa 15 Kilometer nicht nur alle denkbaren Zonen der regenwäldlerischen Vegetation, sondern auch Kaffeeplantagen, Avocado-Bäume und Viehweiden. Mitten drin dann die prähistorische Steinstadt Bunkuany, ein archäologischer Komplex, der auch als „die zweite verlorene Stadt“, nach der berühmteren, aber deutlich schwieriger zu erreichenden Ciudad Perdida, bezeichnet wird. Und endlich machte auch der Regenwald seinem Namen alle Ehre: Wir durften die mystisch wirkenden, tief hängenden Wolken nicht nur sehen, sondern auch spüren. Nicht zu lange, gerade mal so eine halbe Stunde, so, dass halt alles pitschnass geworden wäre, hätten wir nicht Gürtel mit Hosenträger gemacht und erst den Rucksack mit einem Regenschutz überzogen, und dann noch über alles einen Regenponcho geworfen. Unser Quartier heute ist irgendwo im Nirgendwo der kolumbianischen Bergwelt, ohne Handy-Netz, aber dafür immerhin mit Strom und WLAN (was du brauchst wie einen Bissen Brot, wenn die Nacht unmittelbar nach dem Abendessen um 19:00 Uhr beginnt). Hasta Mañana. Hola! "5 pics a day 21/25" Ich hätte mir das so schön ausgemalt: Saucony Goretex Trailrunning Schuhe gekauft, und dazu 4 mm Spikes, die ich in das Profil der Sohlen gedreht hätte. Und schon wäre ich rutschsicher und standfest über den See gelaufen. Den zugefrorenen Baikalsee in Sibirien. 42,2 km weit. Doch dann machte Corona einen Strich durch meine Rechnung. Und im Jahr darauf kam mir ein gewisser Herr P. mit der Anordnung an seine Untertanen, der Ukraine einen, sagen wir: nicht gesetzeskonformen Besuch abzustatten, in die Quere. Bis heute. Also lagen die Saucony (die Spikes tun‘s noch immer) seit 2021 zu Hause herum. Ich weiß, der Bus mit den Leuten, die das alles interessiert, kommt erst, aber mir fällt für heute nichts Besseres ein. Heute war Tag zwei der kolumbischen Dschungel-Erforschung. Und jetzt kommen die Saucony (doch noch) ins Spiel: Nachdem ich sie dem ursprünglichen Zweck nicht zuführen konnte, und dies auch in absehbarer Zeit nicht tun werde können, gestattete ich ihnen, mich nach hierher zu begleiten und unter ebenfalls schwierigen, jedoch ganz anderen Bedingungen - 90 Prozent und an die 30 Grad heiße Luftfeuchtigkeit anstelle knochentrockener Eiseskälte - ihre Jungfräulichkeit spät aber doch zu verlieren. Gleich vorweg: Sie erwiesen sich (wie auch schon am Vortag) als die Expeditions-Patschen schlechthin. Grip Ende nie, wie ein auf Betriebstemperatur gebrachter Formel 1 Reifen auf dem A1-Ring, und das auch auf nassem Gestein, ein Profil, dem der Gatsch gar nicht tief genug sein konnte, und die Wasserabneigung des Obermaterials fand erst am Übergang zum Wandersocken seine Grenze. Sollte ich jemals wieder in den Dschungel oder ähnlich botanische Gefielde kommen, dann werden erneut diese Schuhe die Verbindung zwischen mir und dem Planeten bilden. So ließ es sich guten Gewissens also zwischen Expeditionstag eins und zwei sorgenfrei in der Hängematte chillen bzw. im Natur-Pool dümpeln. Und sogar die Maultiere am Wegesrand wedelten ob meiner zur Vollendung gebrachten Trittsicherheit freudig mit ihrem Schwanz. Nach Verlust von geschätzten zehn Litern Schweiß in den vergangenen beiden Tagen sind wir wieder in der Zivilisation in Santa Marta angekommen und bestreiten morgen die letzte, etwa 180 km lange Etappe unserer kleinen, feinen Rundreise nach Cartagena mit dem Bus. Hasta Mañana Hola! "5 pics a day 22/25" Ein ganz schön aufregender Tag heute: Ich habe was erfunden, ich/wir bin /sind in eine andere Welt eingetaucht, haben uns auf die Füße, wie man sagt, gestellt und haben unsere jeweilige T-Shirt-Sammlung um eins erweitert. Ich habe das „negative Trinkgeld“ erfunden. Das heißt: Nicht wir geben für besondere Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, sondern bekommen für das Ertragen eines fürchterlich angefressenen G‘frieses. Unser Bus-Chauffeur hat zwar seine Aufgabe, uns (und andere) sicher von A nach B zu bringen, erfüllt, aber er hat einen, wie man sagt: Fotz zaaht, der geeignet gewesen wäre, allen seinen Gästen den Tag nachhaltig zu vermiesen. Hätte ich bereits eine Umsetzungsidee meiner Erfindung, wären wir mit mehr aus- als eingestiegen. So war‘s jetzt halt nur ein Nullsummenspiel. Aber ich arbeite an Umsetzungsszenarien. An unserem letzten Etappenziel angekommen, haben wir festgestellt: Da gibt es einerseits Kolumbien, und andererseits Cartagena. Diese Stadt ist - soweit unser erster Eindruck, morgen erfahren wir mehr - eine völlig andere Welt. Schrill, modern, recht sauber, voller Leben, bunt und unbedingt sehenswert. Nur als wir unser Quartier bezogen, zogen wir einen Fotz, doppelt so lang wie jener des Chaffeurs (und der erreichte schon nahezu den Boden): Wir sollten unseren Urlaub also in einem Loch ausklingen lassen. Das Zimmer war versifft, verschimmelt, kurz: unter jeder Sau. Dass auch noch winzig klein und lediglich mit Fenster zum Gang, wäre noch das kleinere Problem gewesen. Die letzte Erinnerung an Kolumbien hätte also eine unglückliche und schlechte werden sollen. Aber dann besannen wir uns der Worte unserer Reiseexpertin von Chaska Tours die meinte, wir mögen ihr alles, was nicht passt, mitteilen, damit unser Trip so angenehm wie möglich verläuft. Und genau das taten wir. Und binnen einer Stunde waren wir in einem Hotel von einer Qualität, die uns den offenen Mund von Hand aus schließen lassen musste. Auch wenn das deren Job ist, so war diese Art von Flexibilität, Schnelligkeit, Unkompliziertheit und Professionalität nicht unbedingt selbstverständlich, und unser Dank gilt, das muss hier auch gesagt werden, Delia Koch vom örtlichen Veranstalter Chaska Tours, Kooperationspartner eines Tiroler Reiseunternehmens. So hat die Reise gute Chancen, mit schönen letzten Erinnerungen enden zu können. Um einen ferialen Traditionsbruch zu vermeiden, mussten wir in Cartagena das dortige Hard Rock Café besuchen und neben einem Burger auch noch ein T-Shirt erstehen, was die Sammlung auf mittlerweile rund zwanzig derartige Leiberl vergrößert. PS : Ich möchte die Schuld an dem inakzeptablen Hotelzimmer nicht dem Reiseveranstalter geben, denn die Google-Rezessionen reichen von eins bis fünf. Uns wurde dummerweise halt eines der schlechten zugeteilt. Und wer dann halt den Mund aufmacht, was viele inkl. mir viel zu selten machen, ist im Vorteil. Hasta Mañana.  Hola! "5 pics a day 23/25" In Analogie zu den vielen „Nach dem/der … ist vor dem/der …“ gilt für mich natürlich auch „Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub“, wobei ich mir gar nicht sicher bin, ob nicht meine Urlaubs-Version aller dieser Sprüche Ursprung ist. Wie auch immer, die Zeiten ändern sich, und so habe auch ich heute den Spruch für mich ein bisschen dynamisiert: „Bereits die letzten Urlaubstage sind vor dem Urlaub“. Grund dafür ist meine First-Sight-Verliebtheit in Cartagena. Was sich gestern bereits abgezeichnet hat, hat heute seine Bestätigung gefunden. Diese Stadt hat mich zwar zum ersten, jedoch sicher nicht zum letzten Mal gesehen. Und so wurden beim heutigen Rundgang durch den Bezirk Getsemaní bereits Pläne für das Comeback geschmiedet: Nachdem ja mit Ecuador ein Nachbar Kolumbiens unter den Top-Five unserer Welterforschungs-Bucketlist rangiert, werden wir dies mit einem Zwischenstopp eben in Cartagena abarbeiten. Ein möglicher Zeitpunkt könnte 2027 sein. Soviel zur Mittelfrist-Planung. Das Stadtviertel Getsemaní jedenfalls wurde vom Forbes Magazine zu einem der coolsten Viertel der Welt ernannt, und dessen Vorstellung von „cool“ ist nahezu, na eigentlich ist es, kongruent mit der meinigen. Als einen Beweis dafür lege ich ein paar Bilder zu den üblichen 5 drauf. Am Abend ging es dann nach La Boquilla, ein vorgelagertes Fischerdorf mit über 200 Jahren bewegter Geschichte. Und afro-karibischen Wurzeln. Die Dorfjugend hält hier die Tradition aufrecht und bietet Trommel-, Gesang- und Tanz-Performance, die die Rituale der drei Kulturen Afrika, Karibik und kolumbisch Indígene widerspiegeln. Hasta Mañana Hola! "5 pics a day 24/25" Als ob der letzte Urlaubstag nicht ohnedies viel zu schnell verginge, haben wir uns in ein Schnellboot gesetzt, um noch ein bisschen Beschleunigung reinzubringen. In Tat und Wahrheit jedoch war es eher eine Verzögerung, weil durch die Geschwindigkeit noch ordentlich Leben in die letzten Stunden gekommen ist und der Tag noch voller Programm war. Das hat schon was, wenn der Flug erst um 22:30 Uhr departet. So sind wir vor Freude gehüpft, und zwar von einer Insel zur anderen. Fünfmal insgesamt, in dem Cartagena vorgelagerten Meer. Und da es sich bei nämlichem um das Karibische handelt, genossen wir als würdigen Abschluss noch a bissl Karibik-Feeling. Barcadi-Feeling könnte man auch sagen. 34 Grad Celsius, und alle im Plus-Bereich, all das macht den Abschied nicht unbedingt leichter. Und da die Jungs der mobilen wie auch der stationären Bars wissen, wie die Drinks zu mischen sind, könnte es sein, dass ich mich bei der Anzahl der Bilder a wengerl vazöht habe. Hasta Abschluss-Eintrag Mañana. Hola! "5 pics a day 25/25 (Ultimo) Finally back in Europe, und damit Zeit für ein paar Zahlen (abgesehen von den 30 Grad weniger und 6 Stunden mehr): Von den 24 Nächten haben wir 23 in 14 verschiedenen, geografisch bedingt höchst unterschiedlichen Quartieren verbracht. Nacht 24 verstrich, als wir uns hoch über dem Atlantik befanden. Um auch wirklich ganz Kolumbien so halbwegs kennenzulernen, benötigten wir sieben Inlandsflüge mit einer Gesamtstrecke von etwa 2.100 km und saßen etwa 1.700 km im Auto. Auf dem Wasserweg legten wir etwa 150 km zurück. Wenn es in der Regenzeit nicht (oder kaum, und wenn, dann kaum störend) regnet, kann man von Glück sprechen. Selbiges hatten wir in beachtlichem Ausmaß. Des Risikos waren wir uns bewusst. Nur: Es gibt, will man das ganze Land in einem Stück bereisen, aufgrund der Größe und der Nähe zum Äquator keine „richtige“ oder ideale Reisezeit. Weil: Will man im Caño Cristales die berühmten bunten Pflanzen im Wasser sehen, geht das nur, wenn im karibischen Teil (und damit im Norden des Landes) Regenzeit herrscht. Will man die Gefahr des Regens dort aber weitgehend ausschließen, schließt man (nicht weitgehend, sondern) sicher die Caño Cristales Möglichkeit aus. Wie sagte schon unser Ex-Bundeskanzler F.S.? „Es ist alles sehr kompliziert.“ Und der Caño gehört aber zu den Highlights in Kolumbien. Kolumbien hat jetzt nicht diese extremen touristischen Hotspots wie etwa Peru mit Machu Picchu oder Bolivien mit der Salar de Uyuni, aber dennoch sehr viel sehens- und erlebenswert Unterschiedliches, sei es Landschaft, Geschichte, Kultur oder natürlich Typen und Charaktäre von Menschen zu bieten. Vielleicht noch zwei Sätze zum Thema Sicherheit: Kolumbien jetzt und Kolumbien von vor 20 oder 30 Jahren kann man nicht mehr vergleichen. Unter Einhaltung der Mindeststandards an Vorsicht (die, btw, auch in Wien vonnöten sind), ist das Land sicher. Mehrfach haben wir gehört, dass man als Kolumbianer gefährlicher lebt als als Tourist, weil auch die „bösen Buben“ wissen, dass der Tourismus unerlässlich ist für‘s Land und eine schlechte Reputation daher keine Option, und sich lieber gegenseitig die Schädeln einhauen, wie man sagt. Damit schließe ich wieder einmal mein „5 pics a day“-Tagebuch und mache mich auf die Suche - nein, eher an die Priorisierung der Möglichkeiten - woher die nächsten Postings kommen werden. Hasta Luego!

  • Entdecke den Süden: Natur, Geschichte und Kultur des Río Magdalena

    Im Süden haben wir das Privileg, einen der größten Flüsse unseres Landes zu beherbergen: den majestätischen Río Magdalena. Dieser Fluss ist nicht nur eine Quelle des Lebens, sondern auch ein Treffpunkt für Geschichte, Natur, Wirtschaft und Tourismus. Als Reiseagentur halten wir es für äußerst wichtig, dass Reisende diesen wertvollen natürlichen Schatz kennenlernen, erleben und bewahren. Es darf nicht vergessen werden, dass der Río Magdalena 11 Departements Kolumbiens durchquert und historisch gesehen die Kommunikationsachse zwischen dem Landesinneren und der Atlantikküste war, wodurch er Kolumbien mit der Welt verband. Dieser Fluss hat den Handel und den kulturellen Austausch erleichtert und in den durchquerten Gebieten bedeutende Spuren hinterlassen. Der Río Magdalena ist auch ein Fluss, der durch unsere Geschichte fließt. Von den ersten Flussiedlungen bis hin zur Entstehung großer Städte waren seine Wasser Zeugen bedeutender kultureller und sozialer Bewegungen, die unsere Identität geprägt haben. Dieses kulturelle, historische und architektonische Erbe verdient es, anerkannt, erforscht und als Teil des kolumbianischen Erbes bewahrt zu werden. Aus diesen Gründen haben wir beschlossen, dem Río Magdalena Tribut zu zollen, seine Bedeutung hervorzuheben und die Gemeinschaften zu feiern, die in seiner Einflusszone leben. Darüber hinaus möchten wir das touristische Angebot des Landes diversifizieren, indem wir den Tourismus als nachhaltige wirtschaftliche Aktivität fördern und die kulturellen Identitäten unserer Nation stärken. El Estrecho del Magdalena: Ein Natur- und Kultursymbol:   Einer der ikonischsten Orte des Río Magdalena ist El Estrecho del Magdalena , gelegen im Departement Huila. Dieser faszinierende Ort, an dem sich der wichtigste Fluss Kolumbiens auf nur 2,20 Meter Breite verengt, bietet ein unvergleichliches visuelles und emotionales Erlebnis. Umgeben von beeindruckenden Landschaften ermöglicht es El Estrecho , die Kraft der Wassermassen zu spüren, die hier ihre Reise zum Karibischen Meer beginnen. Es ist ein symbolischer Startpunkt für die historische und kulturelle Bedeutung des Río Magdalena im Leben unseres Landes. Ein Besuch in El Estrecho del Magdalena  bedeutet, in eine einzigartige Naturlandschaft einzutauchen – ideal für diejenigen, die eine Verbindung zur Natur suchen und mehr über die Bedeutung des Flusses für die Entwicklung Kolumbiens erfahren möchten. Dieser Ort ist nicht nur ein touristisches Ziel, sondern auch ein Raum zum Nachdenken über den Schutz unseres Umwelt- und Kulturerbes. Wir laden dich ein, Teil dieses einzigartigen Erlebnisses zu werden und alles zu entdecken, was der Süden Kolumbiens zu bieten hat. Komm und entdecke den Río Magdalena!

  • Inspektionsreise in Caldas 2024: Natur, Abenteuer und Kultur im Herzen Kolumbiens

    Die kolumbianische Region Caldas , eingebettet im berühmten Eje Cafetero, hat uns während unseres letzten FAM-Trips nachhaltig beeindruckt. Als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes  „Paisaje Cultural Cafetero“ begeistert Caldas nicht nur durch seine Kaffeeplantagen, sondern auch durch atemberaubende Natur, nachhaltigen Tourismus und authentische kulturelle Erlebnisse. Highlights unserer Inspektionsreise: Manizales: Die Stadt bietet einen spannenden Mix aus Kultur und Natur. Die imposante Catedral Basílica Nuestra Señora del Rosario , das Wahrzeichen der Stadt, beeindruckt mit ihrer Höhe von 113 Metern. Manizales ist zudem der perfekte Ausgangspunkt für Ausflüge in die Bergwelt rund um den Nevado del Ruiz ​. Natur pur: Nevado del Ruiz & Trekking-Routen: Trekking-Fans kommen voll auf ihre Kosten: Von der Travesía del Otún  bis hin zu herausfordernden Touren wie dem Aufstieg zum Nevado Santa Isabel  – die Region bietet Routen für alle Erfahrungsstufen​. Unsere Bergrouten sorgen für unvergessliche Outdoor-Erlebnisse mit Fokus auf Nachhaltigkeit  und Abenteuer. Thermaler Luxus: Ein absoluter Geheimtipp sind die Termales La Quinta . Ein abgelegenes Refugium mit privatem Thermalwasser, persönlichem Service und spektakulären Ausblicken – ein Muss für Naturliebhaber und Ruhesuchende​. Einzigartige Unterkünfte: Ob luxuriöse Eco-Lodges wie das Nido del Cóndor  mit Safari-Feeling oder authentische Fincas mitten in der Natur: Die Übernachtungsmöglichkeiten sind so vielfältig wie die Region selbst​. Authentische Erlebnisse: Touren zu Pferd oder mit Maultieren von La Juana , Ausflüge in Kaffeeplantagen und kulturelle Begegnungen machen Caldas zu einem Reiseziel, das Abenteuer  und Authentizität  vereint. Unser Fazit Caldas ist noch ein Geheimtipp für internationale Reisende – abseits der volleren Touristenziele wie Salento. Wer Natur, Abenteuer und Kultur sucht, findet hier ein unvergleichliches Erlebnis. Tipp: Planen Sie mindestens 3-4 Tage, um die Vielfalt der Region in vollen Zügen zu genießen!

  • Nemocón: Eine Reise ins Herz der Erde – Entdecke Kolumbiens verborgenen Schatz

    Nemocón, eine bezaubernde Kleinstadt nur 65 Kilometer von Bogotá entfernt, ist das perfekte Ziel für Liebhaber von Geschichte, Natur und Entspannung. Eingebettet in grüne Berglandschaften, verbindet dieser Ort eine malerische Atmosphäre mit einem reichen kulturellen und bergbaulichen Erbe. Die Salzmine von Nemocón Das Highlight von Nemocón ist die berühmte Salzmine – ein einzigartiges Erlebnis, das dich in das Herz der Erde entführt. Der Rundgang durch die Mine dauert etwa 1 Stunde und 30 Minuten und führt durch historische Tunnel, die über 500 Jahre alt sind. Während der Tour kannst du: Beeindruckende Galerien erkunden, die durch Lichter die Schönheit der Salzfelsen hervorheben. Die Bergbaugeschichte durch fachkundige Führer kennenlernen, die über traditionelle Abbaumethoden erzählen. Natur- und Kunstwunder bewundern, wie das "Herz von Nemocón" – eine 1.600 Kilogramm schwere Salzskulptur, die Liebe und Hoffnung symbolisiert – und den größten Salzstein, der jemals aus der Mine geborgen wurde. Den „Salzspiegel“ bestaunen, ein einzigartiges Reflexionsspiel aus Salz und Wasser. Eine unterirdische Kapelle erleben, in der religiöse Zeremonien stattfinden – ideal für eine spirituelle Pause. Eine Ausstellung mit Replikaten prähistorischer Fossilien, wie einem Mastodon, genießen, die den historischen Aspekt des Ortes bereichern. Weitere Aktivitäten in Nemocón: Schlendere über den charmanten Hauptplatz, der von kolonialer Architektur umgeben ist – ideal für Fotos oder eine entspannte Auszeit. Genieße die köstlichen regionalen Spezialitäten in den lokalen Restaurants. Nemocón ist ein Reiseziel, das Natur, Kultur und Ruhe vereint – perfekt für einen Tagesausflug!

  • ATTA Summit 2024 in Panama: Die Zukunft des Abenteuer- und Naturtourismus gestalten

    Förderung des Abenteuer- und Naturtourismus in Kolumbien Der ATTA Summit 2024  in Panama brachte einige der klügsten Köpfe der globalen Abenteuer- und Naturtourismusbranche zusammen. Als eines der bedeutendsten Ereignisse des Jahres bot der Gipfel eine einzigartige Plattform für Branchenführer, Experten und engagierte Fachleute, um die Zukunft des nachhaltigen Tourismus zu erkunden, innovative Ideen auszutauschen und global zusammenzuarbeiten. Dieses Jahr stand der Gipfel besonders im Zeichen von Nachhaltigkeit  und verantwortungsbewusstem Tourismus , zwei wesentliche Säulen für die Zukunft der Branche. Durch inspirierende Vorträge, Workshops und Podiumsdiskussionen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, tief in die neuesten Trends einzutauchen, die den Abenteuerreisemarkt prägen. Von neuen Technologien, die das Reiseerlebnis verbessern, bis hin zu umweltfreundlicheren Möglichkeiten, die Natur zu erkunden – der Event zeigte auf, wie sich der Sektor an die Anforderungen moderner Reisender anpasst. Für Länder wie Kolumbien  war die Teilnahme an einer solch prestigeträchtigen Veranstaltung eine großartige Gelegenheit, den Reichtum ihrer Naturlandschaften und ihr Engagement für verantwortungsvollen Tourismus zu präsentieren. Kolumbien, mit seinen vielfältigen Ökosystemen und seinem lebendigen kulturellen Erbe, hat im Bereich des Abenteuertourismus viel zu bieten, und seine Präsenz beim ATTA Summit 2024 unterstrich die wachsende Rolle des Landes in dieser globalen Branche. Als das Event zu Ende ging, wurde deutlich, dass die Zukunft des Abenteuer- und Naturtourismus in Zusammenarbeit  und Innovation  liegt. Der Austausch von Ideen und die geknüpften Verbindungen werden zweifellos die Richtung der Branche in den kommenden Jahren prägen. Sei es durch die Entwicklung neuer nachhaltiger Reiserouten, die Schaffung immersiver Erlebnisse, die lokalen Gemeinschaften zugutekommen, oder die Nutzung neuer Technologien, die den ökologischen Fußabdruck reduzieren – der ATTA Summit 2024 hat den Grundstein für eine nachhaltigere und aufregendere Zukunft  im Abenteuertourismus gelegt.

  • Salto de Bordones: Ein Naturschatz in Isnos – Huila

    Nur 15 Kilometer vom Stadtzentrum der Gemeinde Isnos im Departamento Huila entfernt befindet sich der Salto de Bordones. Dieser beeindruckende Wasserfall, der als einer der höchsten in Südamerika gilt, bietet eine einzigartige Erfahrung für Naturliebhaber und Abenteurer. Bei der Ankunft am Salto de Bordones wird der Reisende von einer traumhaften Landschaft empfangen, in der üppige Vegetation und Berge eine magische Umgebung schaffen. Der Wasserfall, der etwa 400 Meter in die Tiefe stürzt, ist ein atemberaubendes Schauspiel. Das Geräusch des fallenden Wassers, zusammen mit dem Gesang der Vögel, verwandelt die Umgebung in ein wahres Naturkonzert. Der Zugang zum Wasserfall erfolgt über einen Wanderweg, der die Besucher einlädt, die lokale Flora und Fauna zu genießen. Dieser Pfad erstreckt sich über ein paar Kilometer. Auf dem Weg kann man verschiedene Pflanzen- und Baumarten beobachten und mit etwas Glück einige der in der Region beheimateten Vögel erspähen. Einmal in der Nähe des Wasserfalls angekommen, bietet sich ein einfach spektakulärer Anblick. Der Salto de Bordones beeindruckt nicht nur durch die Höhe des Wassers, sondern auch durch die Art und Weise, wie es in mehreren Strömen herabstürzt. Die Kraft, mit der das Wasser in das Becken am Ende des Falls trifft, erzeugt einen Nebel, der in die Luft aufsteigt und eine frische und belebende Atmosphäre schafft. Die Besucher haben die Möglichkeit, sich dem Rand des Beckens zu nähern, wo sie die Kraft des Wassers spüren und eine beeindruckende Panoramaaussicht genießen können. Dieser Ort ist ideal, um Fotos zu machen, aber auch, um einen Moment der Ruhe und Reflexion inmitten der Natur zu genießen.

  • Oktoberfest in San Agustín!

    Ein kleines Stück Deutschland kommt nach Kolumbien mit der Magie des Oktoberfests . Das Oktoberfest, das größte Bierfestival der Welt, wird jährlich in München, Deutschland, gefeiert. Seine Ursprünge gehen auf das Jahr 1810 zurück, als es zu Ehren der Hochzeit von Kronprinz Ludwig von Bayern (dem späteren König Ludwig I.) und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen geplant wurde. Damals wurden die Bürger Münchens eingeladen, auf den Feldern zu feiern, die wir heute als Theresienwiese kennen. Der Erfolg des Festes war so überwältigend, dass beschlossen wurde, es jedes Jahr zu wiederholen. Dieses Jahr kommt das Oktoberfest erneut nach San Agustín, Huila, und bringt eine der ikonischsten Traditionen Deutschlands in diese charmante kolumbianische Stadt. Eine Gruppe von Brauern hat beschlossen, den Charme ihrer Kultur mit der lokalen Gemeinschaft zu teilen und so eine einzigartige Erfahrung zu schaffen, die das reiche Erbe Deutschlands mit der lebendigen Kultur der Bewohner von San Agustín verbindet. Das Event verspricht ein spannender Tag zu werden, an dem sowohl Einheimische als auch die deutsche Delegation und nationale Besucher eine wahre kulturelle Verschmelzung genießen können. Es wird typische Spiele aus beiden Traditionen geben, die den Teilnehmern ermöglichen, miteinander zu interagieren und Bräuche auszutauschen. Außerdem ist es die perfekte Gelegenheit, sowohl lokale als auch deutsche Küche zu genießen. Dieser Tag lädt alle ein, sich in eine Feier der kulturellen Vielfalt zu stürzen, bei der die Mischung aus deutscher und agustinischer Tradition eine unvergessliche Erfahrung für alle Teilnehmer schaffen wird. Verpassen Sie nicht die Gelegenheit, Teil dieser großartigen Verschmelzung von Kulturen und Traditionen im Herzen von San Agustín zu sein. Oktoberfest San Agustín Huila - 26. Oktober 2024. Ein Rückblick auf das erste Oktoberfest in San Agustín im Jahr 2019: https://youtu.be/g5lr6FbUMmk

  • Reisebericht: Expedition Tuparro – Mavecure: Reise ins unberührte Kolumbien

    Nach fast einer Stunde Flug über die weiten östlichen Ebenen von Bogotá landeten wir in Puerto Carreño, einer kleinen Stadt mit 20.000 Einwohnern, die an einer Ecke des Landes liegt und an Venezuela grenzt. Es ist die Hauptstadt von Vichada, dem zweitgrößten Departamento Kolumbiens, mit einer Fläche von 100.000 km² – etwa so groß wie Südkorea. Der Orinoco-Fluss teilt (oder verbindet, je nach Perspektive) für etwa 300 Kilometer im Süden die Grenze zu Venezuela. Diese 300 Kilometer würden wir auf unserer Reise nach Inírida auf dieser majestätischen Wasserstraße mit dem Boot zurücklegen. In Carreño gab es nicht viel zu tun, außer ein gegrilltes Hähnchen zum Mittagessen zu kaufen, etwas Geld auf dem kleinen zentralen Platz abzuheben und dann mit einem Motorradtaxi einen Geschäftsweg zu überqueren, um den „internationalen Hafen“ zu erreichen. Der Name schien zu groß für den kleinen Pier, an dem wir das Boot bestiegen, das uns zu unserem ersten Halt bringen sollte: das Camp Tambora am Rande des El Tuparro Nationalparks. Zuerst machten wir ein paar Stopps, einen, um uns nach der ersten vierstündigen Bootsfahrt in der Stadt Casuarito auszuruhen, und einen weiteren, um unsere Beine zu vertreten und die ersten von vielen Fluss- und Savannenlandschaften zu genießen, die wir in den kommenden Tagen erleben würden. Der Spaziergang war auch eine Sicherheitsmaßnahme: Das Boot konnte die wilden Atures-Stromschnellen nicht mit uns an Bord überqueren, also beobachteten wir sie vom Flussufer aus.   Obwohl der Spaziergang kurz war (ungefähr eine Stunde) und über flaches Gelände führte, machte sich das Klima bereits bemerkbar. Die Erschöpfung, die wir spürten, war nicht nur auf die 30-Grad-Temperaturen mit einer Luftfeuchtigkeit von über 75 % zurückzuführen, sondern auch auf das überwältigende Gefühl, sich mitten in dieser monumentalen Umgebung zu befinden. Am späten Nachmittag erreichten wir Tambora, ein einfaches und auf den ersten Blick wenig einladendes Camp, das sich an einem Vorsprung am Flussufer befand. Dort stand ein großes Gebäude – groß im Vergleich zu den wenigen rustikalen Bauten, die wir auf dem Weg gesehen hatten – in dem eine Grundschule untergebracht war, die von dem italienischen Priester Javier de Nicoló gegründet worden war. Wir würden unsere ersten zwei Nächte dort verbringen. Am nächsten Tag machten wir uns morgens auf, um die Umgebung des El Tuparro Nationalparks zu erkunden, einer der größten Parks Kolumbiens mit etwa 550.000 Hektar. Weniger als eine Stunde Bootsfahrt brachte uns zum Hügel Carestía. Hier führte ein Pfad über einen felsigen Hügel hinauf, der uns oben einen spektakulären Blick auf den Fluss und die Savanne offenbarte. Von der venezolanischen Seite aus hatten wir einen Blick auf das Schutzgebiet auf der kolumbianischen Seite, und hinter uns erstreckte sich ein ebenso beeindruckender Blick auf das Guayana-Schild nach Westen.   Nach dem Abstieg und einer kurzen Pause, um kaltes Panela-Wasser zu trinken und unsere Energie aufzufüllen, setzten wir unseren Weg zu den Maipures-Stromschnellen fort, einem der ikonischsten Orte dieser Exkursion, die Humboldt einst als das achte Weltwunder bezeichnete.   Luftaufnahmen und Videos zeigen die Kraft und Schönheit dieses Stromschnellen-Systems, das sich über etwa 8 Kilometer erstreckt. Wir beobachteten es passiv auf Flusshöhe und warteten auf das Abenteuer am nächsten Tag, als wir es mit dem Boot auf dem Weg nach Matavén überqueren würden. Nach Maipures und vor dem Mittagessen machten wir uns auf den Weg zum Tuparro-Fluss, wo wir ein erfrischendes Bad im Dschungel genossen. Wir verbrachten einige Zeit damit, einen wunderschönen, spiegelglatten Wasserlauf zu beobachten, der von einer Gruppe Delfine unterbrochen wurde, die die Strömungen des Tuparro nutzten, als er in den Orinoco mündete. Am Nachmittag nahmen wir erneut das Boot, um den Tomo-Fluss zu erkunden. Wir spazierten wieder durch die Savanne und Wälder, lauschten den Geräuschen des Flusses und des Dschungels und beobachteten den Sonnenuntergang von einem Felsen aus, auf dem sich mehrere Fischer sammelten und nach ihrem Arbeitstag entspannten. Am frühen Morgen des dritten Tages weckte uns ein heftiger Regenschauer, der fast den ganzen Tag anhielt. Wir mussten unsere Abfahrt um etwa eine Stunde verzögern, um auf bessere Bedingungen zu warten, unsere Ausrüstung und Boote vorzubereiten und dann eine sechs Stunden lange Bootsfahrt zu unternehmen. Nach dieser langen Reise kamen wir durchnässt in Mataveni an. Der aufregendste Teil der Reise war die etwa 20-minütige Überquerung der Maipures-Stromschnellen. Unser erfahrener Bootsführer navigierte meisterhaft durch die turbulenten Strömungen und fand scheinbar unmögliche Wege durch das Wasser. Wir hatten unvergleichliche Ausblicke und erlebten die Kraft des Flusses hautnah, der das Boot von einer Seite zur anderen und auf und ab schaukelte. Normalerweise wird diese Überquerung mit dem Auto gemacht, aber aufgrund der Jahreszeit (Regenzeit) war der Wasserstand hoch genug, um einen schnelleren, direkten Durchgang auf dem Fluss zu ermöglichen. Trotz der langen Bootsfahrt wurde die Landschaft nie langweilig. Obwohl wir bereits drei Tage auf dem Fluss unterwegs waren, hatten wir uns nie an die Majestät des Flusses gewöhnt, und es war immer ein Vergnügen, die Wälder, das Wasser und die felsigen Berge zu betrachten, die uns erahnen ließen, was wir zwei Tage später in Mavecure sehen würden. Wir zählten nicht mehr als vier oder fünf Boote auf der gesamten Strecke, abgesehen von gelegentlichen Siedlungen, was das Gefühl von Ehrfurcht und Einsamkeit inmitten der riesigen Natur, die uns umgab, verstärkte. Dies, zusammen mit dem monotonen Geräusch des Bootsmotors während der langen Fahrt, schuf merkwürdigerweise einen fast idealen Raum, um abzuschalten, zu reflektieren und sogar zu meditieren. Wir machten Halt in einer schwimmenden Siedlung, um unsere Beine zu vertreten, wo der Mangel an Ressourcen in der Gemeinde offensichtlich war. Obwohl sie in einer Umgebung von unglaublicher natürlicher Schönheit und Fülle lebten, fiel der Mangel an Verbindung und grundlegenden Notwendigkeiten auf. Es schien, als sei diese Bevölkerung von den entfernten Regierungen historisch im Stich gelassen worden, die willkürliche Vorschriften für ein Gebiet erließen, das sie kaum kannten.   Gegen 14 Uhr verließen wir das braune Wasser des Orinoco und bogen westwärts in das schwarze Wasser des Matavén-Baches ein. Wir erreichten das indigene Schutzgebiet Selva de Matavén, genauer gesagt das Dorf Sarrapia, das der Piaroa-Gemeinde gehört und sich an der Übergangszone von der Savanne zum Amazonas befindet. Dort wurden wir herzlich mit einem stärkenden Mittagessen empfangen, und wir genossen einen Frieden, der nach der langen Bootsfahrt sehr entspannend war. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir damit, das kleine Dorf mehrmals zu Fuß zu erkunden, mit den Einheimischen zu plaudern, unsere Energie zurückzugewinnen und die Fluss- und Dschungellandschaften zu bewundern. Eine Internatsschule und zwei Sportplätze stachen unter den Holzhäusern und den Gärten der Gemeinde hervor. Das Leben dort schien friedlich zu sein, und der Tagesablauf des Dorfes schien hauptsächlich vom Rhythmus der Schulkinder bestimmt zu sein.   Am vierten Tag wachten wir ausgeruht und bereit für einen neuen Tag auf. Nach einer kurzen Abschiedstour durch Sarrapia bestiegen wir das Boot für eine zweistündige Fahrt nach Inírida, nun im Departamento Guainía und mitten im Dschungel, da die Savanne weit hinter uns lag. Der Regen hinderte uns nicht daran, die beeindruckende Naturszenerie zu genießen. Drei Orte überraschten mich an diesem Tag besonders: der Altar der Jungfrau auf einem riesigen Felsen mitten im Fluss, das Zusammenfließen der Flüsse Guaviare, Atabapo und Orinoco und die majestätischen Mavecure-Berge, gesehen vom Inírida-Fluss aus. Wir verabschiedeten uns von der Grenze zu Venezuela und erreichten Inírida, die Hauptstadt von Guainía. Auf den ersten Blick schien die Stadt dynamischer und lebhafter zu sein als Puerto Carreño. Dort ruhten wir uns aus und nahmen unser Mittagessen ein, bevor wir noch zwei weitere Stunden auf dem Inírida-Fluss fuhren, bis wir El Remanso, ein indigenes Dorf, erreichten, wo wir die nächsten zwei Nächte verbringen würden. Nach der ersten Stunde der Bootsfahrt und mit den sich auflösenden Regenwolken, die der Nachmittagssonne Platz machten, sahen wir zum ersten Mal die Mavecure-Berge. Die Aufregung war groß, als der Cerro Mono, der Cerro Pajarito und der Mavecure-Berg allmählich am Flussufer auftauchten, nach so vielen Stunden der Reise, die im Vergleich zu den mehr als 20 Jahren, die ich darauf gewartet hatte, endlich dort zu sein, sehr kurz schienen. Wir erreichten die Piaroa-Gemeinde von Remanso, am Fuße des Cerro Pajarito, dem höchsten der drei mit 700 Metern Höhe. Dort wurden wir in einer gemütlichen und komfortablen Unterkunft empfangen. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, gingen wir mit dem Cerro Pajarito immer zu unserer Linken los und suchten nach der Inírida-Blume, einer endemischen Art. Wir folgten einem Pfad durch den Wald, überquerten Bäche mit intensiv rotem Wasser und entdeckten die Nester der Oropendolas, deren aufgeregte Gesänge die Luft vor Sonnenuntergang erfüllten.   Das kleine Dorf Remanso, mit weniger als dreißig Häusern, wirkte organisiert und effizient. Es verfügt über eine Wasseraufbereitungsanlage, die mit Solarenergie betrieben wird, eine Stromanlage, die ebenfalls mit Sonnenenergie betrieben wird, eine Mobilfunkantenne, ein Mehrzweck-Sportfeld und ein Grundstück, auf dem eine große Schule geplant ist. Wir gingen früh schlafen, denn am nächsten Tag würden wir vor Sonnenaufgang mit dem Ziel aufbrechen, den Sonnenaufgang vom Cerro Mavecure zu erleben, dem einzigen der drei Berge, der bis zu seinem Gipfel begehbar ist. Mit Hilfe von Seilen, um nicht auf dem nassen Felsen auszurutschen, und einer guten Tasse heißem Kaffee, die wir vor dem Aufbruch tranken, begannen wir gegen 5:00 Uhr morgens den Aufstieg, der knapp zwei Kilometer Wanderung umfasst. Leider war der Himmel den ganzen Morgen bewölkt, sodass wir den Sonnenaufgang nicht sehen konnten. Doch das enttäuschte uns nicht, da wir das Glück hatten, die tief hängenden Wolken zu sehen, die zwischen uns hindurchzogen, manchmal sogar unter unseren Füßen, und den Blick auf den Fluss und die anderen beiden Berge vollständig verdeckten. In diesen Momenten fühlte es sich an, als würden wir inmitten der Wolken schweben.   Wir verbrachten ein paar Stunden auf dem Gipfel des Berges, machten Fotos und bewunderten die Landschaften immer wieder, als wollten wir jede Aussicht in unser Gedächtnis einprägen, damit sie nie verblasst. Nach dem Abstieg kehrten wir zur Unterkunft zurück, um zu frühstücken und uns für den Erkundungsausflug zum San Joaquín-Bach umzuziehen, wo wir eine kurze Wanderung machten und ein erfrischendes Bad mit dem Cerro Mono im Hintergrund genossen. Wir spazierten durch die benachbarte Gemeinde Venado und kehrten dann zurück, um uns auszuruhen und unsere Koffer für den nächsten Tag zu packen, an dem wir nach Inírida zurückkehren würden. Im Sommer ist es üblich, an den Stränden zu baden, die sich unter den Bergen durch das trockene Flussbett bilden, doch diesmal war alles mit Wasser bedeckt, also nutzten wir die Gelegenheit, erneut zu segeln und eine weitere Delfingruppe beim Jagen in den Mavecure-Stromschnellen zu beobachten. Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von den Mavecure-Bergen und bestiegen das Boot für eine weitere zweistündige Fahrt zurück nach Inírida, bereits mit einem Gefühl des Abschieds, während wir unsere Erlebnisse in Erinnerungen verwandelten. In Inírida hatten wir noch etwas Zeit, um die Stadt zu erkunden, bevor unser Flug nach Bogotá ging. Zuerst besuchten wir den Vitina-Bach, dessen tiefrotes Wasser unter der heißen, feuchten Witterung perfekt zum Abkühlen erschien, so wie es eine Gruppe Kinder tat, die fröhlich immer wieder von einer Brücke ins Wasser sprang.   Wir sahen auch eine Reihe von Felsmalereien, den Inírida-Fluss, der Gebiete überschwemmte, die sechs Monate später Strände und Wege freigeben würden, und einen Teil der Stadt selbst, während wir den farbenfrohen lokalen Markt durchquerten, die geschäftige Hauptstraße passierten und schließlich am Flughafen ankamen, wo wir auf unseren Flug warteten. So endete eine Reise, auf die ich persönlich viele Jahre lang sehnsüchtig gewartet hatte und die, als sie schließlich stattfand, meine Erwartungen übertraf. Ich finde keine Worte, um das Gefühl der Harmonie, Ehrfurcht und Verbundenheit mit der Natur zu beschreiben, das ich hier erlebte. Mein Reisebegleiter, ein baskischer Kunde, der nach diesen sechs Tagen zu einem Freund wurde, verließ den Ort ebenfalls zufrieden. Wir beide nahmen Erinnerungen an einen Ort mit, der wie aus einer anderen Welt zu stammen schien – eine Welt voller Wasser, Grün und Leben. Zusätzlich zu den monumentalen Landschaften dachten wir auch über den Widerspruch nach, so viel natürlichen Überfluss neben den Bedürfnissen der indigenen und Siedlergemeinden zu sehen. Diese Gemeinschaften kämpfen weiterhin um Raum, Respekt und Anerkennung in diesem anderen Kolumbien – ungezähmt und wunderschön, aber immer am Rande und von den zentralistischen und empathielosen Blicken der aufeinanderfolgenden Regierungen vergessen. Abseits des Massentourismus bietet diese Region eine perfekte Umgebung für Reisende, die natürliche Schönheit, Abgeschiedenheit, ein bisschen Abenteuer, aber vor allem Authentizität suchen. Definitiv eine der besten Reisen meines Lebens.

  • Huila schmeckt nach dem süßen Panela.

    Isnos, San Agustín und Pitalito sind die stärksten Orte in der Produktion von Zuckerrohr für Panela.   Das Zuckerrohr für Panela ist eine der charakteristischsten Pflanzen Kolumbiens. Diese Agrarindustrie ist die zweitwichtigste auf nationaler Ebene und erwirtschaftet jährlich 3,3 Billionen Pesos, laut Angaben von Agronegocios (2024). Dem Bericht des zweiten Halbjahres 2023 der Einheit für ländliche Agrarplanung zufolge ist der Süden von Huila die wettbewerbsfähigste Region in der Produktion von Zuckerrohr für Panela. Isnos ist dabei der größte Produzent mit 4200 Hektar Anbaufläche, gefolgt von San Agustín mit 3213 Hektar und Pitalito mit 770 Hektar, laut den Daten der Volkszählung von 2020. Derzeit betont die Nationale Vereinigung der Panela-Produzenten, dass Kolumbien das zweitgrößte Land weltweit in der Produktion von Panela ist, mit einer Produktion von 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr, nach Indien, das jährlich etwa 7,5 Millionen Tonnen Panela produziert. In der Ortschaft La Pradera im Gemeindegebiet von San Agustín befindet sich die Finca El Pomo und die Zuckerrohrmühle der Familie Jojoa. Dank der handwerklichen Produktion von Zuckerrohr hat diese Familie eine wirtschaftliche Grundlage, bei der Herr Juan Gabriel Jojoa Anacona und seine Familie das Land bearbeiten, um Millionen kolumbianischer Familien mit dem süßen Produkt zu versorgen und gleichzeitig internationale Märkte in Nordamerika und Europa zu beliefern. Hunderte ausländischer Touristen besuchen zum ersten Mal die Zuckerrohrmühlen der Region, wo das Zuckerrohr zu einem geschmackvollen Block verarbeitet wird.   Während ihrer Reise durch Kolumbien probieren die Reisenden Panela in verschiedenen Zubereitungen, wie zum Beispiel Panela-Limonade mit Limette und Minze an einem sonnigen Tag. Wir laden dich ein, das Departamento Huila zu entdecken, wo du dich in die wunderschönen Berge der Andenregion, den majestätischen Magdalena-Fluss, die beeindruckenden Wasserfälle und die weitläufigen Zuckerrohrplantagen verlieben wirst.

  • Abenteuer in der Wildnis: Entdecke die unberührte Natur der Reserva del Oso

    Biologischer Korridor Cueva de los Guácharos - Puracé Kolumbien ist für viele Dinge bekannt, aber seine atemberaubenden Naturschutzgebiete zählen definitiv zu den Highlights. Diese Orte bieten nicht nur beeindruckende Landschaften, sondern auch die Möglichkeit, sich in der Ruhe der Natur zu verlieren, den Alltag hinter sich zu lassen und gleichzeitig an spannenden Ökotourismus-Aktivitäten teilzunehmen. Einer dieser magischen Orte ist die Reserva del Oso, die entlang der Straße zur Ortschaft Quinchana liegt, in der Nähe des biologischen Korridors Cueva de los Guácharos - Puracé. Das Reservat umfasst mehr als 4.200 Hektar geschütztes Land und ist nach dem Brillenbären benannt, der hier zu Hause ist. Auf unserer Wanderung durch das Gebiet konnten wir sogar die Kratzspuren des Bären an einigen der ältesten Bäume entdecken. Der Weg durch die Reserva del Oso führt dich durch eine beeindruckende Vielfalt an Bäumen wie Maíz tostao, Molilon und Pachotillo, vorbei an farbenfrohen Moosen und verschiedensten Farnen. Es ist auch ein Paradies für Vogelbeobachter und Naturliebhaber, mit wilden Tierarten wie dem Andenbären, dem Flachlandtapir, dem Felsenhahn und dem Churuco-Affen. Am Ende der 3 km langen Wanderung wirst du mit einem erfrischenden Bad unter den Wasserfällen Velo de Novia und Brisas del Oso belohnt – ein perfekter Abschluss für diese naturreiche Entdeckungstour. Unser Guide, Manuel Meneses, der auch der Hüter des Reservats ist, führte uns mit großer Leidenschaft durch die vielfältige Vegetation. Er betreibt auch die gemütlichen Hütten vor Ort, die sich ideal für eine entspannte Zeit zu zweit oder mit der Familie eignen. Chaska Tours hat ein Programm zusammengestellt, das dich mitten in die Natur entführt, dich entspannen lässt und dir gleichzeitig viel Spaß bietet. Entdecke die Schönheit von San Agustín und lass dich von der Reserva El Oso verzaubern!

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